03.02.2014 | Studie

Ungeduld und Risikoaversion als Determinanten von Fondszuflüssen

Je größer die Verlustangst, desto eher werden bei Verlusten Fondsanteile verkauft. Auch bei großer Ungeduld der Investoren in Verbindung mit hoher Volatilität ist dies der Fall, zeigt eine Studie im Auftrag der Deutsche Asset & Wealth Management. Darin untersucht Prof. Dr. Thorsten Hens von der Universität Zürich, wie Ansätze aus der Behavioural Finance die Zu- und Abflüsse von Investmentfonds erklären können. Angesichts der Größe des Segmentes ist dies eine relevante Fragestellung - in knapp 70.000 Fonds werden rund 21,4 Billionen US-Dollar verwaltet. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage von mehr als 6.000 Studenten aus verschiedenen Ländern sowie Daten der, von Morningstar als Equity klassifizierten, Fondsprodukte für den Zeitraum 1991 - 2011.



Quelle: Deutsche Asset & Wealth Management

In Abhängigkeit von der Marktentwicklung finden sich verschiedene regionale Muster in den Zu- und Abflüssen bei Investmentfonds. Die meisten Länder, darunter die Schweiz und Frankreich, zeigen ein sog. Sättigungsmuster: Im Zuge der steigenden Volatilität nach dem Platzen der Dot-Com-Blase und der Finanzkrise sanken die Fondszuflüsse ab. Für bspw. Deutschland und die Niederlande zeigt sich dagegen ein Frustrationsmuster mit signifikanten Abflüssen nach den Krisen. In Irland und Luxemburg ist das Wachstum der Fondsindustrie vor allem durch gesetzliche Änderungen bedingt, während sich bei anderen Ländern wie beispielsweise Schweden kein Zusammenhang von Zuflüssen und Marktperformance ergibt.


Quelle: Deutsche Asset & Wealth Management

Dieser Zusammenhang zwischen Performance und Zuflüssen, der für die meisten Länder festgestellt werden konnte, lässt sich auch statistisch signifikant nachweisen. Auffällig ist, dass teils erhebliche Unterschiede zwischen den Ergebnissen einzelner Länder bestehen können. Abschließend zeigt sich, dass gerade dort, wo die Anleger tendenziell ungeduldiger und risikoaverser sind, ein starker Zusammenhang von Rendite und Zuflüssen existiert.

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