UN-Jahresbericht äußert sich besorgt zur Lage der Weltwirtschaft
Die Vereinten Nationen haben ihren jährlichen Bericht zur weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung (World Economic Situation and Prospects) veröffentlicht. Darin zeigt sich die UN skeptisch zur derzeitigen Lage. Das Wachstum habe sich seit 2010 verlangsamt, die nächsten Jahre dürften nur geringe Wachstumsraten bringen. Dies läge unter anderem an den hohen Staatsschulden in den entwickelten Ländern, die kaum noch fiskalpolitische Maßnahmen zuließen. Stattdessen wurde eine Vielzahl von geldpolitischen Aktionen zur Stimulierung initiiert, die aufgrund ihres Umfanges und ihrer Dauer Risiken für das Finanzsystem darstellen, so die UN. Das weltweite Wachstum werde hauptsächlich von den Schwellenländern getragen.
Quelle: Vereinte Nationen
Als Konsequenz stellt der Bericht eine steigende Arbeitslosigkeit fest. Eine wachsende Inflation stelle demnach allerdings nur in Südostasien ein Problem dar. Risiken für die Finanzmarktstabilität und für ein konstantes Wachstum des Finanzsektors ergeben sich vor hier allem durch die hohe Volatilität der Wechselkurse und der Rohstoffpreise, insbesondere der Nahrungsmittelpreise.
Durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung wird das erklärte Ziel der UN beeinträchtigt, die globale Armut bis 2015 zu halbieren.
Quelle: Vereinte Nationen
Die fünf größten Herausforderungen zur Stabilisierung der Situation liegen dem Jahresbericht zufolge in folgenden Bereichen: die kurzfristige Stimulierung der Wirtschaft, eine Neuausrichtung der fiskalpolitischen Maßnahmen, eine effektivere Geldpolitik und die effektivere Abstimmung internationaler Kapitalströme, mehr finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung der Armut sowie die globale Ausrichtung von Regulierung und Finanzmarktaufsicht.