03.02.2020 | Research

Überleben von Fonds trotz Underperformance

Stefanos Delikouras von der University of Miami und Alexandros Kostakis von der University of Liverpool Management School haben in einem Researchpaper einen Erklärungsansatz für das Überleben von Fonds mit Underperformance im Markt geliefert. Grundansatz ist die Hypothese, dass Fonds mit genereller Underperformance möglicherweise gerade dann besonders gut performen, wenn dies den Investoren den größten Nutzenzuwachs beschert. Hierzu betrachten die Autoren Fonds im Zeitraum 1980 bis 2014 und untersuchen das Sample auf eine Performance-Abhängigkeit bezüglich sog. Enttäuschungsphasen. Diese sind durch einen hohen Grenznutzen des Konsums gekennzeichnet, der sich ergibt, wenn das Konsumwachstum unter einem bestimmten Mindestwert liegt.

Tatsächlich weisen die Fonds mit dem höchsten (niedrigsten) CAPM-Alpha in diesen Enttäuschungsphasen den stärksten Rückgang (Zuwachs) der risikoadjustierten Performance auf. Die Differenz der Alphas, die langfristig 57 Basispunkte monatlich zwischen dem Quintil mit den höchsten und den niedrigsten Alphas beträgt, verschwindet in Enttäuschungsphasen (Disap) nahezu vollständig. Langfristig schwache Fonds underperformen also genau dann nicht, wenn dies für Investoren am wichtigsten ist.


Quelle: Delikouras, Kostakis, 2019

Der streng monotone Zusammenhang zwischen der Zustandsabhängigkeit der Fonds (State Dep) und ihrem CAPM-Alpha macht dieses ungeeignet für einen Investor, der Enttäuschung hinsichtlich des Konsums vermeiden möchte. Wird stattdessen das Fama-Franch-3-Faktor-Alpha als Performance-Maß genutzt, fällt die Zustandsabhängigkeit der Fonds deutlich geringer aus.


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