Turnover-Kosten passiver Anlagestrategien
In dem Researchpaper „Index Turnover Costs“ von Solactive wird untersucht, welchen Einfluss Arbitrageure auf die Preisentwicklung von Aktien bei Indexaufnahmen bzw. –ausschlüssen nehmen und welche Turnover-Kosten dies für Index-Investoren nach sich zieht. Hierzu untersuchen die Autoren einen Blue-Chip-Index der Eurozone an 5 bis 40 Tagen um die Änderung der Indexzusammensetzung herum. Zunächst wird festgestellt, dass Einzeltitel, die in den Index aufgenommen bzw. daraus ausgeschlossen werden, vor dem Rebalancing-Zeitpunkt eine Out- resp. Underperformance erzielen. Diese fällt umso größer aus, je länger der untersuchte Zeitraum vor der Indexänderung ist. Im zweiten Schritt wird dies in konkrete Turnover-Kosten für die Investoren umgerechnet. Für die überwiegende Mehrheit der betrachteten Indexänderungen sind die Turnover-Kosten positiv. Im Schnitt fallen sie mit 35,5 Basispunkten am höchsten aus, wenn 40 Tage vor der Indexänderung betrachtet werden. Das Sample umfasst neun Rebalancing-Tage zwischen 2007 und 2016. 
Quelle: Solactive
Werden lediglich die letzten 5 Tage vor der Indexänderung herangezogen, betragen die Kosten im Schnitt 12 Basispunkte. Dies zeigt, dass die Preise bereits deutlich vor der tatsächlichen Umsetzung der Änderung auf diese reagieren. Die Autoren gehen davon aus, dass Arbitrageure die Änderungen erwarten und sich entsprechend positionieren – teilweise bereits bevor diese Änderungen offiziell angekündigt wurden. Diese Ergebnisse sind auch für viele Änderungstage statistisch signifikant und können nicht durch bekannte Risikofaktoren wie Value oder Size erklärt werden. Reduzieren lassen sich diese Kosten für passive Investoren nach Ansicht der Autoren über einen großen Wettbewerb unter den Indexanbietern, da dies die Existenz sehr ähnlicher Indizes impliziert, über die sich die passiven Assets verteilen können. Weiterhin können Turnover-Beschränkungen in der Indexmethodologie verankert und mehr Transparenz bei Indexänderungen hergestellt werden. Je früher Arbitrageure über Änderungen Bescheid wissen, umso mehr verwässern die Preiseinflüsse im Zeitverlauf.
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