Trends und Markteffizienz in Währungsmärkten
Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Währungen Trends folgen. Durch technische Analyse von Währungstrends lassen sich statistisch und ökonomisch signifikante Gewinne erzielen. Von den Währungshändlern nutzen ca. 90% technische Analysemethoden, 30-40% sogar als zentrales Instrument. Der Erfolg von technischen Methoden steht allerdings im Widerspruch zur allgemein postulierten Markteffizienz. Währungsmärkte müßten also schwach ineffizient sein. Kuntara Pukthuanthong-Le von der San Diego State University und Lee R. Thomas III von Flint Rock Capital Management haben in ihrer kürzlich im Financial Analysts Journal erschienenen Studie "Weak-Form Efficiency in Currency Markets" die Trends von Währungen im Zeitraum 1975-2006 untersucht und herausgefunden, dass die Trends in einzelnen Währungen im Zeitablauf aussterben.
Auf der Basis von US-Dollar-Währungsfutures haben die Autoren ex ante definierte Trendmodelle für alle liquiden, illiquiden und jungen liquiden Währungen im genannten Zeitraum untersucht. Dabei wurden Momentumstrategien und sich überschneidende gleitende Durchschnitte (Moving Average Crossover, MAC) genutzt. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass alle Momentum- und MAC-Strategien und in den Leitwährungen (Yen, DM/EUR, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Kanadischer Dollar, Australischer Dollar) im untersuchten Zeitablauf positve Renditen erwirtschafteten. Allerdings nehmen die Renditen von 1990-2006 stetig ab. Für die jungen liquiden Währungen (Rubel, Mexikanischer Peso, Rand, Neuseeländischer Dollar, Real) liefert die Untersuchung ähnliche Ergebnisse. Für die illiquiden Währungen ergibt sich ein gemischtes Bild.
Die Studie der Autoren kommt zu dem Schluss, dass Trends in Währungen existieren. Trends scheinen ein allgemeines Merkmal junger Währungen zu sein. Die Trends sterben im Zeitablauf aus und die Märkte der Leitwährungen sind mittlerweile schwach effizient. Die Gründe für die Trends sind noch nicht entschlüsselt. Eine Hypothese lautet, dass junge Währungen ineffizient sind, da Ineffizienz ein Merkmal junger Märkte ist. Eine weitere Hypothese verweist auf Zentralbankinterventionen. Beide Hypothesen werden nicht durch die Ergebnisse der Studie unterstützt. Allerdings vermuten die Autoren auch bei den jungen liquiden Währungen ein baldiges Aussterben der Trends. Einen aktuellen Artikel zum Thema Währungsstrategien finden Abonnenten in der Ausgabe 43 des Absolut|report.