13.02.2012 | Research

Trends und Determinanten von Investitionen in nachhaltige Energiegewinnung

Ein im Dezember vom Internationalen Währungsfonds veröffentlichtes Paper untersucht erstmals die makroökonomischen Auswirkungen und Trends von Investitionen in nachhaltige Energiegewinnung. Die Autoren Luc Eyraud, Abdoul Wane, Changchang Zhang und Benedict Clements definieren Green Investments (GI) als Investitionen in Technologien, die dazu beitragen Treibhausgas- und CO2-Emissionen zu senken. Weltweit hat sich der Bloomberg New Energy Finance Datenbank zufolge das Volumen von GI zwischen 2000 und 2010 verzwanzigfacht. Während zu Beginn des Jahrtausends das Marktvolumen nur knapp 7 Milliarden Dollar betrug, stieg die Kapazität bis zum Ende des vergangenen Jahrzehnts auf 154 Milliarden Dollar. Wachstumsquelle waren zunächst die USA und Europa, zuletzt verschob sich das Gewicht in Richtung China.


Quelle: Eyraud, Wane, Zhang, Clements (2011)

Eine Regressionsanalyse für Green Investments in 35 Staaten ergab zudem, dass GI besonders stark profitieren, wenn ihre Kosten, relativ zu fossilen Energieträgern, sinken. Aus regulatorischer Sicht sollten dem Bericht zufolge traditionelle Brennstoffe stärker besteuert werden, um den negativen Externalitäten ihrer Nutzung Rechnung zu tragen und nachhaltige Energieträger so, relativ, zu vergünstigen. Ebenso wirkt sich ein hohes Zinsniveau negativ auf das grüne Investitionsverhalten aus. Ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt senkt die Investitionstätigkeit um rund 10 Prozent. Keinen Einfluss auf GI konnte für die Subventionierung der Biospriterzeugung belegt werden. Vor dem Hintergrund der konkurrierenden Nutzung mit der Nahrungsmittelindustrie sollten Subventionen in Biosprit überdacht werden, so die Autoren.

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