Total Risk Premium Puzzle
Das Risk Premium Puzzle, die irrational hohe Prämie von Aktien gegenüber risikofreien Assets, ist ein bekannter Gegenstand der Kapitalmarktforschung. Die Prämie risikobehafteter Assets wird tatsächlich noch größer, wenn andere Assets in die Berechnung mit einbezogen werden, zeigen Òscar Jordà, Moritz Schularick und Alan Taylor in einem Researchpaper. Rund die Hälfte des Kapitals steckt in Wohnimmobilien, so dass börsennotierte Aktien keinen ausreichenden Indikator für die Renditen auf risikobehaftete Investments darstellen. Vor diesem Hintergrund nutzen die Autoren sowohl die Renditen von Wohnimmobilien als auch die börsennotierter Aktien (Total Wealth Portfolio), um die Prämie risikobehafteter Assets zu ermitteln. Die Berechnungen für 16 Industrieländer basieren auf einem Zeitraum von 1870 bis in die Gegenwart . 
Quelle: Jordà, Schularick, Taylor, 2019
Auf lange Sicht haben Wohnimmobilien mit 6,9 % p.a. eine ähnliche Rendite wie Aktien erzielt (6,7 %) – die Volatilität war jedoch nur halb so hoch. Hinzu kommt die geringe Korrelation von Aktien und Wohnimmobilien, wodurch das Risiko eines gleichgewichteten Portfolios nochmals geringer wird. Daraus folgt, dass der implizite Risikoaversionsparameter eines solchen Portfolios deutlich höher ist als bei einem reinen Aktienportfolio, oftmals um den Faktor 2 oder mehr. Entsprechend ist auch die Risikoprämie höher als bei einem Aktienportfolio. Damit ist das Total Risk Premium Puzzle sogar noch größer als das Equity Risk Premium Puzzle. Die Autoren finden keinen Ansatz, der diese irrational hohe Risikoaversion, die die Ergebnisse implizieren, erklären kann. 
Quelle: Jordà, Schularick, Taylor, 2019
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