12.11.2018 | Märkte

Tools zur Berücksichtigung von Wasserrisiken

Unternehmen müssen sich zunehmend mit der freien Verfügbarkeit von Wasser sowie Hochwasserrisiken und den Auswirkungen auf ihre Produktion auseinandersetzen. Die durch Wasserrisiken entstandenen Kosten wurden von 500 börsengelisteten Unternehmen auf rund 14 Mrd. USD  für das Jahr 2015 beziffert. South Pole hat in einer Marktanalyse die Bedeutung von Wasserrisiken für die Wirtschaft und das Finanzsystem untersucht. In der Praxis gibt es bereits verschiedene Anlagestrategien oder -instrumente im Zusammenhang mit Wasserrisiken. Diese zielen aber fast ausnahmslos auf das Management der Wasserrisiken und die Suche nach neuen Chancen aus rein unternehmerischer Warte ab, während es keine Anlagestrategien gibt, die an international vereinbarten Wasserzielen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wassernutzung ausgerichtet sind.

Die größten Risikofaktoren auf Unternehmensseite sind Wasserknappheit, Hochwasser und der Klimawandel. Die Risiken führen zu erhöhten Produktionskosten, Unterbrechungen der Rohstoffversorgung, Produktionseinbrüchen und Reputationsproblemen. Auf Investorenseite liegt die Herausforderung darin, die Wesentlichkeit und den zeitlichen Ablauf von Wasserrisiken auf Anlageklassen, Sektoren und Branchen zu erkennen und zu berücksichtigen. Unterschieden wird zwischen physischen, regulatorischen und reputationsbezogenen Wasserrisiken. Der Finanzmarkt wird hiervon direkt und indirekt beeinflusst. Wasserrisiken wirken direkt auf den Finanzmarkt, wenn durch sie der Unternehmenswert abgestuft wird oder Versicherungsansprüche geltend gemacht werden (first round effect). Indirekte Auswirkungen beziehen sich auf die Abwertung von Einzelwerten, auch auf Portfolioebene, in allen Asset-Klassen (second round effect). Für jede dieser Ebenen haben die Autoren Tools zusammengetragen, um die Risiken messen zu können.


Quelle: South Pole  

Eines dieser Methoden ist das Investor Water Toolkit, das von Ceres in Zusammenarbeit mit 40 institutionellen Investoren entwickelt wurde. Es enthält Leitlinien zur Einbeziehung von Wasserrisiken auf Ebene einzelner Asset-Klassen, wie Aktien, Unternehmensanleihen, Private Equity und Kommunalanleihen.

Empfohlen wird folgende drei Kernbereiche zu analysieren: Um die Risikoexponierung eines Unternehmens bewerten zu können, muss die Wasserabhängigkeit sowie die häufigsten Wasserrisiken aufgedeckt werden. Zur Bewertung der Wassersicherheit einer Region müssen die physischen, regulatorischen und sozialen Risiken vor Ort betrachtet werden. Um wiederum Aussagen zur Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens treffen zu können, muss das Management des Unternehmens genauer untersucht werden. Relevant ist beispielsweise, ob Wasserrisiken in der Unternehmensstrategie berücksichtigt werden oder ob ein nachhaltiges Wassermanagement unterstützt wird.


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