04.08.2026 | Märkte

Tokenisierung verändert den Finanzplatz Wall Street

Die Tokenisierung von Finanzanlagen rückt von Pilotprojekten in den operativen Einsatz institutioneller Marktinfrastruktur vor, zeigt eine Analyse von Citi. Das Clearinghaus DTCC sowie die Börsen NYSE und Nasdaq integrieren entsprechende Funktionen in Emission, Handel und Abwicklung, während reguliertes On-Chain-Geld die bislang fehlende Grundlage für Delivery-versus-Payment-Modelle schafft. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Debatte von technischer Machbarkeit zu Marktstruktur, Regulierung und operativer Skalierung.


Quelle: Citi

Für Kapitalmärkte erwartet Citi eine Phase hybrider Modelle, in der tokenisierte und bestehende Systeme parallel laufen. Skalierung hängt demnach von Interoperabilität, gemeinsamen Standards und der Fähigkeit ab, bestehende Verwahr-, Handels- und Abwicklungsprozesse mit Blockchain-Infrastruktur zu verbinden. Zentrale Kontrollpunkte entstehen bei der Ausgabe und Distribution tokenisierter Assets sowie bei den monetären Abwicklungsrails. Institute, die beide Ebenen in regulierten Strukturen verbinden, können laut Studie größere Teile der Wertschöpfungskette internalisieren und Standards mitprägen.


Quelle: Citi

Neue Marktteilnehmer dürften sich entlang von Emission, Handel, Liquiditätsbereitstellung, Verwahrung, Identität, Compliance und Interoperabilität positionieren. Private Markets bleiben ein langfristiges Anwendungsfeld, da Tokenisierung administrative Abläufe, Compliance-Prüfungen, Kapitalabrufe und Ausschüttungen automatisieren kann. Kurzfristig begrenzen illiquide Strukturen, regulatorische Zugangsvorgaben und geringe Sekundärliquidität die Skalierung.
Citi beziffert den aktuellen globalen Markt für tokenisierte Finanzanlagen auf rund 17 Mrd. USD und erwartet im Basisszenario 5,5 Bio. USD bis 2030, vor allem getragen von öffentlichen Wertpapieren und liquiden Sicherheiten.

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