03.08.2026 | Märkte

Globaler Ressourcenbedarf von KI-Rechenzentren

KI-Rechenzentren werden bis 2030 zu einem relevanten Nachhaltigkeits- und Infrastrukturfaktor, weil ihr Ressourcenbedarf laut einer Untersuchung des United Nations University Institute for Water, Environment and Health deutlich über CO2-Emissionen hinausgeht. Ein Bericht beziffert die globale Stromnachfrage von Datenzentren im Jahr 2030 auf 945 Terawattstunden. Das entspricht nahezu drei Prozent des erwarteten weltweiten Stromverbrauchs und etwa dem Doppelten des französischen Stromverbrauchs von 2025.

Die Autoren argumentieren, dass bisherige Bewertungen die Umweltkosten von KI häufig zu eng erfassen. Neben dem CO2-Fußabdruck entstehen durch Stromerzeugung, Kühlung, Infrastruktur und Lieferketten auch Wasser- und Land-Footprints. Für 2030 nennt der Bericht einen wasserbezogenen Fußabdruck von 9,3 Billionen Litern, entsprechend dem jährlichen Basisbedarf von 1,3 Milliarden Menschen in Subsahara-Afrika. Der Land-Footprint der Stromnutzung von Datenzentren wird auf mehr als 14.500 Quadratkilometer geschätzt.

Für institutionelle Investoren ist insbesondere relevant, dass der Bericht diese Größen als materielle Risiken in KI-Infrastrukturportfolios einordnet. Die Umweltwirkung hängt demnach nicht allein von der Effizienz einzelner Modelle ab, sondern auch von Standortwahl, Strommix, Wasserverfügbarkeit, Produktstandards und Nutzungsverhalten. Inferenz, also der laufende Betrieb eingesetzter Modelle, steht laut Bericht für 80 bis 90% des gesamten Energieverbrauchs von KI. Zugleich konzentrieren sich mehr als 90% der spezialisierten KI-Cloud-Rechenkapazität auf die USA und China, während über 150 Länder kaum oder keinen Zugang zu eigener KI-Recheninfrastruktur haben.

Der Bericht empfiehlt standardisierte Offenlegung von Strom-, CO2-, Wasser- und Land-Footprints, Effizienz by Design, nachhaltige Nutzung, Lebenszyklusverantwortung und internationale Kooperation. Damit rückt die Governance von KI-Infrastruktur stärker in den Fokus von Due Diligence, Risikomanagement und langfristiger Kapitalallokation.

Mit der Fachpublikation Absolut|private und der Produktplattform Absolut|private products bringt Absolut Research Wissen und Transparenz in den Bereich institutioneller Private-Market-Investments. Der Absolut|private zeigt in Fachbeiträgen Strategien, Trends, aktuelle Wissenschaft und Regulierung in den Private Markets. Daneben macht die unabhängige Produktplattform Absolut|private products zur Zeichnung offene Produkte aus den Bereichen Real Estate, Infrastructure, Private Equity, Private Debt und Natural Resources transparent.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Rechenzentren"
zurück