Tatsächliche ESG-Performance wichtiger als Umfang der mitgeteilten ESG-Informationen
Um die Vergleichbarkeit von ESG-Informationen von Unternehmen zu ermöglichen, hat Norges, der Asset Manager des norwegischen Pensionsfonds, ein Verfahren zur Standardisierung dieser Informationen in den drei Feldern Klimawandel, Wasser und Kinderrechte entwickelt. George Serafeim und Jody Grewal von der Harvard Business School untersuchen in einem Forschungspapier vom Mai 2017 diese standardisierten Daten auf ihre Aussagekraft hin. Unterschieden wird zwischen dem Disclosure-Wert, der dem Umfang der veröffentlichen Informationen bewertet, und dem Performance-Wert, der wiederum die tatsächliche ESG-Performance wiedergibt. Es zeigt sich, dass die ESG-Performance weitgehend unabhängig von Unternehmenscharakteristika wie Größe oder Wachstum ist. Im nächsten Schritt wird dieser idiosynkratische Anteil der jeweiligen Scores herangezogen und der Zusammenhang mit der zukünftigen Unternehmensperformance gesetzt. Ein robuster Zusammenhang zwischen Unternehmensentwicklung und des Disclosure Score ist nicht nachweisbar. Anders ist dies beim ESG-Performance-Wert und der finanziellen Performance: Hier besteht ein signifikant positiver Zusammenhang. 
Quelle: Serafeim, Grewal, 2017
Weiterhin zeigen die Autoren, dass ein höherer Disclosure-Wert in der Vergangenheit mit stärkerer negativer Berichterstattung in der Presse einhergeht – die Mitteilungen zu ESG-Aspekten sind also nicht zwingend ein Zeichen für bessere Performance, sondern können auch ein Signal für schlechte Nachrichten in der Zukunft sein. Umgekehrt ist dies bei den ESG-Performance Scores. Hier besteht ein klar negativer Zusammenhang zwischen Score und zukünftiger negativer Berichterstattung.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.
Absolut Research zeigt mit der Publikation Absolut|impact das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.