Robo-Advisory-Branche wächst
Die Deutsche Bank hat in einem Marktbericht die Branchenentwicklung, Anlagestrategien, Kundenstruktur sowie Regulierung des sog. Robo-Advice-Sektors untersucht. In den USA hat sich das von Robo Advisors Startups verwaltete Vermögen seit 2013 auf 20 Mrd. US-Dollar verachtfacht. Zwar gibt es in Europa hierzu wenig verfügbare Daten, jedoch schätzen die Autoren, dass das Volumen hier etwa 5 bis 6 % der Assets under Management in den USA umfasst, rund drei Viertel davon entfällt auf britische Anbieter. Von den 60 bis 70 Robo Advisors in Europa sind je ein Drittel in Großbritannien und Deutschland ansässig. Kern-Investmentinstrument sind aufgrund ihrer geringen Kosten ETFs. Rund 60 % der untersuchten Anbieter verlassen sich ausschließlich auf passiv verwaltete Produkte, wobei ein sehr umfangreicher Selektionsprozess stattfindet. Ausgeschlossen werden üblicherweise Hebelprodukte, Fonds mit geringem Track Record oder mangelhafter Liquidität. Tatsächlich investierbar bleiben damit 3 bis 6 % der ursprünglich verfügbaren ETFs. Nach der Produktselektion wird die Allokation meist über eine Minimum-Varianz-Optimierung vorgenommen.
Quelle: Deutsche Bank
Während mit dem Aufkommen der Robo Advisors vor allem junge Kunden bis 35 Jahre deren Services nutzten, hat sich in den USA die Kundenbasis mittlerweile verbreitert und auf ältere Schichten ausgeweitet. Ein wesentlicher Grund für die Nutzung ist die gegenüber klassischen Beratern niedrigere Kostenbelastung. In den USA fallen im Mittel Kosten von 0,4 % p.a. der verwalteten Assets an. In Europa liegen die Kosten noch doppelt so hoch. Regulatorisch werden Robo Advisors größtenteils klassischen Asset Managern gleichgestellt. Die Finanzaufsichten in den USA, Großbritannien und Deutschland betrachten die bisherigen Regularien bisher als ausreichend, um damit auch die automatisierten Asset Manager abdecken zu können.
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