13.02.2014 | Research

Systemisches Risiko von Smart-Beta-Strategien

Abseits der kapitalisierungsgewichteten Indexkonzepte erfreuen sich Smart-Beta-Strategien steigender Beliebtheit. Noel Amenc und Felix Goltz vom Edhec-Risk Institute untersuchen in einer kurzen Forschungsarbeit die Quellen der wissenschaftlich nachgewiesenen langfristigen Outperformance vieler Smart-Beta-Ansätze und setzen sich insbesondere mit den Gegebenheiten auseinander, unter denen ein solcher Ansatz kurz- und mittelfristig zu schlechter Performance führen kann. Dazu trennen die Autoren Smart-Beta-Ansätze in die Auswahl und Gewichtung von Einzeltiteln, letztlich der Grundstein der Asset-Allokation. Die Autoren betonen, dass sich Investoren im Klaren darüber sein sollten, welche impliziten Risiken sie mit der Wahl eines bestimmten Smart-Beta-Ansatzes eingehen. Beispielsweise sind mit Fokus auf Small oder Mid Cap Einschränkungen der Liquidität verbunden. Ihre Analyse zeigt jedoch, dass auch unter Einhaltung bestimmter Auswahlkriterien, wie etwa einer Mindestliquidität, die alternative Gewichtungsmethode eine nennenswerte Performanceverbesserung verglichen mit dem cap-weighted Index einbringen kann.


Quelle: Amenc, Goltz (2013)

Auf Basis des S&P 500 zeigt sich beispielsweise, dass eine Gewichtung desselben Universums nach der geringsten Volatilität die jährlichen Schwankungen um rund 20 % reduziert. Sortiert man das S&P-500-Universum nach Marktkapitalisierung und berücksichtigt für die Minimum-Volatilität-Gewichtung lediglich das oberste Drittel der Unternehmen, reduziert sich die Volatilität, verglichen mit dem klassischen S&P 500, immer noch um 18,6 %. Noch deutlicher wird der "wahre" Outperformance-Treiber bei einer Gewichtung nach der Sharpe Ratio. Beschränkt man sich dabei auf die kleinsten Unternehmen des S&P 500, liefert der Ansatz gegenüber dem Gesamtuniversum eine Verbesserung der Sharpe Ratio um 140 %. Gewichtet man dagegen das größte Drittel der Titel nach ihrer Sharpe Ratio liegt die Sharpe Ratio dieses Ansatzes nur noch rund 30 % über der des cap-weighted S&P 500.

Die Analyse der Autoren belegt, dass mit einem Smart-Beta-Investment bestimmte implizite Risiken hinsichtlich der unterstellten Annahmen und Parameter verbunden sind und ein effizientes Risk Management Overlay von zentraler Bedeutung ist.

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