Strukturwandel bei Private Equity
Die Mehrheit der Finanzinvestoren erwartet für 2010 eine Erholung des Private- Equity-Marktes. Dennoch sehen sie sich zu weiteren operativen und finanziellen Maßnahmen zur Wertentwicklung ihrer Portfolios veranlasst. Dies geht aus dem aktuellen '"Private Equity Trend Report 2010" von PricewaterhouseCoopers hervor. Für die Studie wurden 187 Fondsmanager interviewt, die zu 93% in Europa und zu 20% in Deutschland angesiedelt sind.
Laut der Studie gaben 76% der deutschen Fonds und 66% der übrigen Fonds an, dass sie für 2010 ein besseres Jahr erwarten als 2009. Eine signifikante Markterholung trete nach Meinung der Mehrheit in der zweiten Jahreshälfte 2010 ein. Zudem zeigten sich 88% der Befragten zufrieden mit der Entwicklung ihrer Investments in 2009.
Quelle: PwC
Die Krise hat allerdings viele Fonds zu operativen und finanziellen Maßnahmen gennötigt. 75% gab an, mit ihren Banken über sog. Covenants verhandelt zu haben. Üblicherweise wurde die Finanzierungslage mit neuem Eigenkapital verbessert. Ebenfalls 75% der deutschen Fonds gab an, die Kurzarbeitsregelungen in Deutschland zu nutzen. Weitere populäre operative Maßnahmen waren der Abbau von temporärem (84%) und fixem Personal (66%), sowie verschiedene kurzfristige Maßnahmen zur Kostenreduktion.
Quelle: PwC
Desweiteren werden signifikante Änderungen in der Private-Equity-Branche erwartet. 64% der Studienteilnehmer sehen einen höheren Stellenwert des Risikomanagements, über zwei Drittel haben bereits monatliches Reporting, Frühwarnsysteme und unabhängige Überwachungsgremien eingerichtet.
90 % der Finanzinvestoren sind der Ansicht, dass so genannte "Leveraged Buy Outs" mit überwiegender Kreditfinanzierung seltener werden, während 60 % eine intensivere Zusammenarbeit mit strategischen Investoren erwarten. Rund jeder zweite Fondsmanager rechnet verstärkt mit "Club Deals", bei denen mehrere Private-Equity-Gesellschaften ein Konsortium bilden.
Zudem berücksichtigt mittlerweile die Mehrzahl der Fonds bei der Entscheidung über eine Beteiligung auch Nachhaltigkeitskriterien. Dies gilt insbesondere für ausländische Fondsgesellschaften. Auf die Umweltbilanz eines Portfolio-Unternehmens achten 80 % der ausländischen Fonds, allerdings nur
68 % der deutschen. Der Energieverbrauch spielt für 70 % der Befragten (deutsche Fonds: 62 %) eine Rolle. Dabei ist vier von fünf Private-Equity-Fonds bewusst, dass die Auswahl der Investments auch Konsequenzen für die eigene Reputation und damit die langfristigen Investitionschancen hat.