Schätzung von Wechselkursen und Currency-Carry-Optimierung
Eine Anfang 2010 erschienene Research-Arbeit der Universität Columbia analysiert Größen zur Schätzung von zukünftigen Wechselkursen. Für Carry-Strategien werden i. d. R. sehr kurzfristige Anleihen, z. B. die 1-Monats-Zinssätze, zwischen zwei Länden verglichen, um Wechselkursbewegungen vorherzusagen. In ökonomischen Modellen ohne Arbitrage erfasst der Preisbildungsprozess alle systematischen Faktoren, die Einfluss auf den Preis von Wertpapieren haben. Dementsprechend folgern die Autoren, dass alle Faktoren, die zur Bestimmung der Anleihepreise bzw. zur Ermittlung der Zinsstrukturkurve dienen, auch zur Vorhersage von Wechselkursbewegungen geeignet sein müssten.
Quelle: Ang, Chen (2010)
Mittels verschiedener Methoden untersuchen sie den Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf die Vorhersagbarkeit von Wechselkursen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl Zinsänderungen als auch Term Spreads, also die zeitliche Differenz von Zinssätzen, signifikanten Einfluss auf die Wechselkurse haben. So scheinen hohe Zinsänderungen eine Aufwertung der Landeswährung nach sich zu ziehen, während steile Term Spreads Abwertungen nach sich zögen. Als Ergebnis postuliert die Arbeit daher, dass Multifaktormodelle Wechselkurse deutlich besser erklären und vorhersagen können, als einfache Carry-Strategien.
Quelle: Ang, Chen (2010)