06.02.2020 | Märkte

Strukturelle Trends in Asiens Volkswirtschaften

Auch wenn asiatische Länder heterogen bezüglich Regierungsformen, ökonomischen Systemen und Entwicklungsindikatoren sind, verbindet sie, über unterschiedliche ökonomische und soziale Indikatoren hinweg, eine stetig steigende Wachstumskurve. Infolge von massiven strukturellen Veränderungen avancierten asiatische Staaten in der letzten Dekade zu aufstrebenden oder sogar hochentwickelten Volkswirtschaften mit steigender Nachfrage, Produktivität und einem dynamischen Corporate-Sektor. Das McKinsey Global Institute (MGI) hat diese Entwicklungen zum Anlass genommen, einen Überblick über Asiens Rolle im globalen Handel und bei technologischen Innovationen sowie das asiatische Corporate-Ökosystem und Konsumenten zu veröffentlichen.


Quelle: MGI

Die Entwicklung Chinas, Indiens und anderer aufstrebender Märkte zeigt sich in steigender Binnennachfrage und einem Wandel der globalen Handelsstrukturen; nur noch 18% des heutigen Güterhandels sind Exporte von Low-Wage an High-Wage-Länder. Von 2007 bis 2017 hat China die Produktion von arbeitsintensiven Fertigwaren von 3,1 Bill. US-Dollar auf 8,8 Bill. US-Dollar verdreifacht, während der Anteil chinesischer Exporte von 15,5% auf 8,3% fiel. Schwellenmärkte wie etwa Vietnam, Indien und Bangladesch haben die Rolle Chinas übernahmen und ihre Exportraten von arbeitsintensiven Fertigwaren um 15%, 8% und 7% gesteigert.


Quelle: MGI

Nicht nur die Binnennachfrage wächst, sondern auch das Binnenangebot. Viele asiatische Unternehmen zählen mittlerweile zu den größten weltweit. Laut des 2018 Fortune Global 500 Rankings waren 210 der 500 größten Unternehmen (gemessen am Umsatz) in Asien angesiedelt. MGI untersuchte die 5000 größten Unternehmen im Zeitraum von 1997 bis 2017 und kam zu dem Ergebnis, dass sich der Anteil asiatischer Firmen von 36% auf 43% erhöht hat. Den größten Teil machen chinesische Unternehmen aus, gefolgt von indischen aber auch die Philippinen, Vietnam, Kasachstan und Bangladesch sind vertreten, während die Hälfte der japanischen Unternehmen ausgeschieden ist.
Gleichzeitg ist der Anteil der produzierenden Industrie kleiner geworden, während der Infrastruktur- und Finanzdienstleistungssektor stark gewachsen ist.

Etwa die Hälfte der globalen Venture Capital Investments stammen aus Asien. Damit bilden asiatische Länder wichtige VC-Quellen vor allem für Tech-Bereiche wie Virtual Reality, autonomes Fahren, 3-D Druck, Robotics, Drohnen und KI. Im April 2019 stammten mehr als ein Drittel (119) der 331 “Unicorns” aus Asien.
 

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