Strukturelle Schwächen im globalen Pensionssystem
Die globalen Pensionsvermögen sind Ende 2011 auf ein Allzeithoch von über 20 Billionen US-Dollar angestiegen, wie die OECD in der September-Ausgabe der "Pension Markets" berichtet. Die durchschnittliche Realrendite im letzten Jahr betrug -1,7 %, mit einer Spannbreite von 12,1 % für Dänemark und -10,8 % für die Türkei. Langfristig gesehen waren Pensionsinvestitionen ein attraktives Investment für Arbeitnehmer. Nach OECD-Kalkulationen hätte ein aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen bestehendes Portfolio eines Pensionsplanes über die letzten 40 Jahre 4,2 % in Deutschland erbracht, 4,4 % in den USA, 5,8 % in Großbritannien und 2,8 % in Japan.
Quelle: OECD
Die Performance mancher Regionen und die strukturellen Schwächen erfordern jedoch dringend Nachbesserungen, wie der umfangreiche "OECD Pensions Outlook 2012" zeigt. Die Performance der letzten Jahre lasse demnach sehr zu wünschen übrig, woraus sich sowohl für Defined-Benefit- als auch für Defined-Contribution-Pläne Deckungsschwierigkeiten ergeben haben. Im Zuge der Finanz- und anschließenden Schuldenkrise wurden in manchen Ländern zudem Reformen zum Nachteil der Bezugsberechtigten durchgeführt.
Für Australien, Dänemark, Island und Spanien wird die Ermächtigung zum Abzug von Geldern aus den Pensionsplänen kritisiert, für Irland die nachgelagerte Besteuerung. In Estland, Polen und Ungarn gab es Kürzungen und Zugriffe des Staates auf die Pensionsvermögen. Dies werde nach Ansicht der OECD zu massiven Bezugskürzungen für die Rentenempfänger mit den impliziten sozialen Folgen führen. Länder wie Deutschland und Neuseeland werden hingegen für ihre Initiativen zur Förderung der privaten Altersvorsorge gelobt.
Der über 200 Seiten umfassende Report führt detailliert die Stärken und Schwächen des globalen Pensionssystems auf und gibt konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung.
Der Report kann bei der OECD gelesen werden.