Deutsches Rentensystem im unteren Mittelfeld
Mercer und das Australian Centre For Financial Studies haben Anfang Oktober ihren Jahresvergleich von Pensionssystemen weltweit veröffentlicht. Für den jährlich berechneten Melbourne Mercer Global Pension Index bewerten die Autoren die drei Dimensionen Angemessenheit und Nachhaltigkeit des Vorsorgesystems sowie die Integration des nationalen Rentensystems mit Fokus auf den Privatsektor. An der Spitze des Rankings steht Dänemark, Deutschland befindet sich weltweit nur auf den hinteren Plätzen der 18 analysierten Staaten. Zusammen mit Frankreich attestiert der Report Deutschland sogar das schlechteste Rentensystem in Europa.
Quelle: Mercer (2012)
In Dänemark bewerten die Autoren vor allem die Verknüpfung des Renteneintrittsalters mit der Lebenserwartung der Bevölkerung als besonders nachhaltigen Ansatz. Das deutsche Rentensystem wird grundsätzlich positiv bewertet, allerdings ist der Vorsorgemechanismus bei weitem nicht ausreichend auf die Probleme eines alternden Bevölkerungsschnitts vorbereitet.
Der größte Teil der individuellen Altersvorsorge stammt mit rund 80 % aus Pensionsfonds und ähnlichen Vehikeln. Der weltweite Vergleich der Asset Allokation zeigt dabei große regionale Unterschiede. Während deutsche Fonds kaum in Growth Assets investieren, sondern überwiegend in Loans und Anleihen, bilden Growth Assets für Pensionsfonds in den USA, Finnland und Australien die Grundlage ihrer strategischen Allokation. Es gibt dabei aber keine per se gute oder schlechte Allokation, schreiben die Autoren. Ferner ist ein ausgeglichene Verteilung stets einer konzentrierten in Bonds oder Aktien vorzuziehen.