Strukturbericht der EZB zu Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften
Die EZB geht in ihrem am Montag veröffentlichten Strukturbericht detailliert auf Hedgefonds und Private Equity Investoren ein. Dabei analysiert sie u.a. die Rolle dieser Finanzinvestoren auf die Markteffizienz, wobei drei wesentliche Effekte der gestiegenen Bedeutung von Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften identifiziert werden: Erstens würden diese Investoren den Unternehmen durch den Erwerb von Schuldverschreibungen und Anteilen auf direktem Wege Liquidität zur Verfügung stellen; zweitens könnten sie durch ihre Beteiligungen Einfluss auf das Management nehmen und die Marktdisziplin erhöhen und drittens ermöglichten sie Banken die Diversifizierung ihres Kreditrisikos, indem sie diesen Kreditrisiken abnehmen.
Der Bundesverband Alternative Investments e.V., BAI, begrüßt in einer Pressemitteilung die positiven Äußerungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Rolle von Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften im Rahmen der Unternehmensfinanzierung im Euro-Raum. Auch im Hinblick auf die Corporate Governance der betroffenen Unternehmen konnte die EZB keine negativen Effekte feststellen. Sie ließ vielmehr offen, ob der gestiegene Einfluss der Investoren in Hinblick auf die Unternehmensführung positiv oder negativ zu bewerten sei.
In den Schlussfolgerungen verweist die EZB auf die umfangreichen Strukturänderungen, die die Finanzmärkte seit der Euro-Einführung erfahren haben, wie die veränderte Rolle der Banken durch die Auslagerung von Kreditrisiken und entsprechende Bedeutungszunahme anderer Finanzintermediäre. Die Beurteilung inwieweit strukturelle bzw. konjunkturelle Faktoren für die Entwicklung der Märkte massgeblich sind, bleibt schwierig.