08.05.2013 | Research

Strategische Asset Allokation wichtiger als Titelauswahl

Insbesondere in Krisenphasen spielt die grundsätzliche Asset Allokation für die Portfolio-Performance eine größere Rolle als die gezielte Selektion innerhalb einer Anlageklasse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Ende April veröffentlichte Forschungsarbeit der Universität Cambridge und  der Deutschen Asset und Wealth Management. Darin konstruieren Raghavendra Rau und Kuntara Pukthuanthong zunächst zufällige Portfolios, die im Mittelwert einer Allokation in 20 % Alternatives (Immobilien und Rohstoffe), 45 % Aktien, 30 % Anleihen und 5 % Cash entsprechen. Anschließend wird auf Basis einer fixen Allokation in denselben Anteilen lediglich der Aktienmix (45 %) variiert (stock selection).


Quelle: Rau, Pukthuanthong (2013)

Die Streuung der Renditen ist im ersten Ansatz deutlich größer als im zweiten. Eine variable Asset Allokation liefert eine größere Performancebandbreite als die gezielte Auswahl von Einzeltiteln. Überrenditen rühren daher eher aus der Asset Allokation als aus der korrekten Selektion in einer Anlageklasse. Besonders in volatilen Phasen, wie beispielsweise dem ersten Golfkrieg Anfang der 90er Jahre, der Russlandkrise 1998 oder der jüngsten Finanzkrise ist die Renditedifferenz zwischen beiden Ansätzen besonders groß. Auf der Risikoseite dagegen unterscheiden sich beide Ansätze kaum, innerhalb der vier Quartile liegt die Volatilität in beiden Strategien auf identischen Niveaus.

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