31.07.2014 | Studie

Staatsfonds übergewichten alternative Asset-Klassen und Schwellenländer

Staatliche Investoren legen immer häufiger in Sachwerte und Private Equity an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Invesco, die Ende Juni veröffentlicht wurde. Bei ihrer strategischen Asset-Allokation legen die Befragten demnach in diesem Jahr mehr Gewicht auf alternative Asset-Klassen. Dabei stehen Immobilien-Investments an erster Stelle. Hierbei bevorzugen die meisten Umfrageteilnehmer Objekte außerhalb ihres Heimatmarkts, der allerdings nach wie vor ebenfalls einen Schwerpunkt für Investitionen bildet.
An zweiter Stelle stehen Infrastruktur-Anlagen, bei denen der Home bias weniger stark ausgeprägt ist. Globale Investments stehen in dieser Anlageklasse in der Gunst deutlich vor dem jeweiligen Heimatmarkt. Vor zwei Jahren planten 22 % der Befragten in globale Infrastruktur zu investieren, für dieses Jahr liegt der Anteil bei über 50 %.


Quelle: Invesco

Das Interesse an Private-Equity-Beteiligungen im Heimatmarkt ist ebenfalls stark gestiegen, 64 % planen in diesem Jahr zu investieren. In den beiden Vorjahren lag der Anteil bei 23 % bzw. 11 %. Wenig attraktiv bewerten die Umfrageteilnehmer die Opportunitäten in den Anleihenmärkten, wo sowohl global als auch in den heimischen Märkten eine deutliche Exposure-Reduzierung geplant ist.
Aktienmarktanlagen steigen dagegen in der Attraktivität. In der regionalen Asset-Allokation gewinnen Schwellenländer immer stärker an Gewicht. Die Staaten Afrikas und Latein-Amerikas sowie China stehen hier auf den ersten drei Plätzen. Darauf folgen die Schwellenländer Asiens sowie Indien und der Mittlere Osten.

Bei den Industrieländern liegen die Staaten Asiens vor Kontinentaleuropa auf Rang 1. Hier setzt sich der Trend fort, das Engagement am Heimatmarkt zu reduzieren.


Quelle: Invesco

Die aggregierten Trends unterscheiden sich teilweise stark zwischen den einzelnen Investoren. Invesco entwickelt daraus ein Drei-Phasen-Modell, das die Entwicklungsstufen von Staatsfonds formuliert. In der ersten Phase stehen Liquidität und ein kurzer Anlagehorizont im Vordergrund, entsprechend dominieren sichere Zinspapiere die Allokation, Aktien spielen eine untergeordnete Rolle.
In der zweiten Phase gewinnt die Investment-Performance an Bedeutung und Liquiditätsaspekte rücken in den Hintergrund, die Fonds investieren dann stärker in Aktien. Zudem legen sie nicht mehr ausschließlich selbst oder über ihre Zentralbank an, sondern lagern Aktivitäten teilweise an externe Asset Manager aus - rund ein Viertel des Vermögens, schätzt Invesco.
In Phase drei wird die Diversifikation schließlich um alternative Asset-Klassen und Sachwerte erweitert. Im Mittel peilt diese Gruppe eine Zielrendite von 7 % p.a. an.

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