Staatsfonds bringen stabilisierenden Effekt in die Kreditkrise
Ein kürzlich veröffentlichtes Research Paper der australischen University of New South Wales untersucht den Einfluss von Staatsfonds (Sovereign Wealths Funds, SWFs) während der Kreditkrise. Demnach sorgten SWFs, entgegen der allgemeinen Skepsis über ihr Investitionsverhalten (vgl. hierzu Absolut|report News vom 31.10.2008), für einen stabilisierenden Effekt im Finanzsektor.
Der Autor Fariborz Moshirian stellt zunächst ausführlich SWFs dar. Er geht auf die Domizilländer, die Assets under Management, das Investitionsverhalten und die Asset Allocation ein. Da Staatsfonds ähnlich den US-Universitätsportfolios keine oder wenige laufende Verpflichtungen haben, sind sie in höherem Maße zur Risikoübernahme bereit als andere Kapitalmarktteilnehmer. So gab es in jüngerer Zeit eine Verschiebung in der Asset Allocation von SWFs von Renten hin zu einem diversifizierten Portfolio aus Absolute Return-, Private Equity- und Real Assets.
Das Handelsvolumen und die Handelsfrequenz von SWFs nahm in den vergangenen Jahren stark zu. Die Domizilländer von SWFs, wie z.B. China oder die Arabischen Staaten, konnten während der letzten Dekade große Devisenreserven aufbauen, die zum Teil den SWFs zugeführt wurden. Obwohl SWFs vom Volumen bereits doppelt zu groß sind wie die Hedgefondsindustrie, sind sie im Vergleich zu anderen institutionellen Anlegern eher klein.
Während der Kreditkrise im Jahr 2007 investierten SWFs in großem Umfang in den Finanzsektor in entwickelten Industriestaaten. Vom Volumen der öffentlich bekannten Transaktionen, das ca. 105 Mrd. US-Dollar betrug, flossen 45 Mrd. US-Dollar in den Bankensektor. Diese Investitionen kamen zu einer Zeit, als die Marktstimmung pessimistisch war und die Bereitschaft Risikokapital zur Verfügung zu stellen gering. Dadurch leisteten die SWFs einen Beitrag zur Stabilität des Finanzsektors, zumal die Investitionen erfolgten, als die CDS-Spreads der Zielinstitute auf hohem Niveau waren.
Der Autor schließt mit dem Verweis auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen über das langfristige Investitionsverhalten der SWFs. Um protektionistische Gegenmaßnahmen der Zielländer von Investitionen zu vermeiden, wird die Entwicklung von Verhaltensstandards für SWFs durch den IMF und die OECD empfohlen, um die Vorbehalte gegen SWF Investments zu verringern.