Asset-Management-Methoden institutioneller Anleger
Eine aktuelle Studie untersucht die Asset-Management-Methoden von europäischen institutionellen Anlegern. Zu diesem Zweck befragte das EDHEC-Risk and Asset Management Research 229 Institutionen zu der Durchführung ihres Asset Managements und der verwendeten Methoden in den vier Bereichen Risk und Asset Allocation, Indizes und Benchmarks, Asset Liability Management und Performance Measurement. Die Ergebnisse werden unter dem Titel "EDHEC European Investment Practices Survey 2008" präsentiert (Absolut|report berichtete bereits im September über das Performance Measurement von institutionellen Anlegern). http://www.absolut-report.de/news/detail/3199/
Rund 40% der befragten Institutionen gaben an, dass sie Hedgefonds und andere Alternative Investments im Core ihrer Asset Allocation sehen, weitere 40% verwenden Alternative Investments für Satellite-Strategien. Traditionelle aktive und passive Aktien- und Anleihefonds bilden weiterhin den Hauptbestandteil der Asset Allocation.
Im Risikomanagement werden überwiegend Value-at-Risk- und Volatilitätskennzahlen betrachtet. Die Berücksichtigung von asymmetrischen Risiken und Tail Risks findet in relativer Betrachtung bisher kaum statt. 25% der Institutionen gaben sogar an, keine Extremrisiken im Risikomanagement zu berücksichtigen. Interessant ist, dass ca. ein Drittel der Institutionen angab, dass Asset Liability Management beim Asset Management für sie von Bedeutung sei. Doch davon gaben nur knapp 10% an, nichtlineare Risikomanagementmethoden zu verwenden und nur 19% berücksichtigen extreme Risiken.
Im Bereich Alternatives nutzen viele Institutionen investierbare Hedgefonds-Indizes zum Aufbau eines Hedgefonds-Exposures oder als Benchmark. Als Hauptprobleme bei der Verwendung dieser Indizes werden von den institutionellen Anlegern Verzerrungen, Unvollständigkeit und mangelnde Transparenz genannt. Für das Asset Liability Management werden überwiegend Hedgefonds und Real Assets genutzt, um Performance und Portfoliostabilität zu erhöhen.
Insgesamt nutzen europäische institutionelle Anleger ein breites Spektrum an Asset-Management-Methoden. Allerdings besteht noch ein erheblicher Unterschied zwischen dem "State of Art" der Forschung und den verwendeten Techniken. Besonders groß ist dieser Unterschied laut der Studie bei der Performancemessung. Hier bestünde noch Nachholbedarf, da unter einer ungenauen Performancemessung auch die Qualität des Risikomanagements leide.