06.02.2026 | Absolut|performance

Spotlight: Transatlantische Zinsdivergenz – Euro-Renditen fallen, US-Treasuries steigen

Über den letzten Monat haben sich die Renditen europäischer und US-amerikanischer Staatsanleihen in unterschiedliche Richtungen bewegt. In der Eurozone gingen die Yields über alle Laufzeitenbänder hinweg zurück, meist in einer Range von rund 6 Basispunkten. Genau gegensätzlich war der Trend in den USA. Hier stiegen die Renditen spürbar an, bei zehnjährigen Treasuries beispielsweise um 11 Basispunkte.

In Europa wurde der Leitzins unverändert belassen, gleichzeitig hat sich die Inflationsdynamik weiter abgeschwächt: Die Teuerungsrate bewegte sich nahe dem EZB-Ziel von 2 % und könnte im Jahresverlauf zeitweise darunter liegen. Der starke Euro wirkt zusätzlich inflationsdämpfend, da er Importpreise verbilligt. Vor diesem Hintergrund wird innerhalb des EZB-Rats diskutiert, inwieweit bei einer weiteren Aufwertung des Euro geldpolitischer Handlungsbedarf entstehen könnte. Eine Zinssenkung erscheint damit nicht ausgeschlossen, auch wenn sie derzeit nicht klar eingepreist ist.

In den USA hingegen sorgte die Nominierung von Kevin Warsh zum Nachfolger von Jerome Powell als Fed-Chef für Beruhigung. Warsh gilt historisch als geldpolitischer Falke, doch in jüngsten Kommentaren zeigte er sich auch offen für Zinssenkungen. Angesichts dieser nuancierten Position wird von Marktteilnehmern eher eine gewisse Kontinuität in der Geldpolitik erwartet und nicht unbedingt eine besonders bereitwillige Erfüllung von Zinssenkungswünschen seitens Präsident Trump, wie sie bei anderen hypothetischen Kandidaten denkbar gewesen wäre.
 

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