Erfolgsfaktoren für Venture Debt
Beziehungen zwischen Venture-Debt-Gebern und Venture-Capital-Investoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Kreditvergabe deutlich, führen zu flexibleren Vertragsstrukturen und gehen zugleich mit höheren Zinsaufschlägen einher, zeigt eine empirische Analyse der Yale School of Management (Xugan Chen, Tianshu Lyu). Die Studie analysiert 15.451 Venture-Debt-Deals von 11.249 VC-finanzierten Start-ups in 110 Ländern im Zeitraum von 1996 bis 2024. 61% aller Deals weisen eine bestehende Beziehung zwischen Kreditgeber und mindestens einem früheren VC-Investor des Start-ups auf. Dieser Anteil ist über die Zeit gestiegen und liegt nach der Pandemie bei rund 70%. Beziehungen sind besonders ausgeprägt in innovationsintensiven Branchen sowie bei nichtbanklichen Kreditgebern, die zuletzt Marktanteile gewonnen haben.

Quelle: Chen, Lyu (Yale School of Management)
Auf der Zugangsseite zeigt sich, dass verbundene Kreditgeber rund 20% wahrscheinlicher Venture Debt vergeben, insbesondere bei Unternehmen mit hoher Informationsasymmetrie. Im Investmentstadium unterscheiden sich die Vertragskonditionen signifikant. Beziehungsgestützte Kredite sind im Schnitt 10% häufiger unbesichert, seltener als First Lien strukturiert und weisen häufiger covenant-lite-Elemente auf. Gleichzeitig verkürzt sich die Laufzeit um durchschnittlich neun Monate, und revolvierende Kreditlinien werden etwas häufiger genutzt. Trotz geringerer Restriktionen verlangen diese Kreditgeber höhere Spreads von bis zu 140 Basispunkten.

Quelle: Chen, Lyu (Yale School of Management)
Für die Unternehmensentwicklung sind die Effekte positiv. Beziehungsgestützte Start-ups erhalten 23% häufiger eine weitere VC-Finanzierung und akquirieren 11% mehr Kapital. Die Wahrscheinlichkeit eines Börsengangs steigt um 21 Basispunkte, die einer Übernahme um 44 Basispunkte, ohne dass sich das Insolvenzrisiko erhöht. Zudem verschiebt sich die Innovationsstrategie hin zu stärker marktorientierten, weniger riskanten Projekten.
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