Spillover-Effekte beeinflussen Asset-Preise in den Emerging Markets
Ein aktueller Forschungsbericht von Jiaqian Chen, Tommaso Mancini-Griffoli und Ratna Sahay vom Internationalen Währungsfonds (IWF) stellt den Einfluss der Geldpolitik großer Zentralbanken, insbesondere der Fed, auf die Asset-Preise und Kapitalzuflüsse in den Emerging Markets dar. Dieser Einfluss, auch Spillover-Effekt genannt, tritt besonders bei unerwarteten Änderungen der Geldpolitik auf, wobei die Wirkung unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen am stärksten ist. Zentralbanken entwickelter Länder sollten demnach vermehrt auf eine klare Kommunikation ihrer Ziele setzen, um Spillovers zu minimieren. Im Allgemeinen führt eine restriktive Geldpolitik der USA zu steigenden Asset-Preisen und erhöhter Liquidität in den Emerging Markets und vice versa. Der Einfluss auf die Emerging Markets ist allerdings auch von der ökonomischen Situation der einzelnen Länder abhängig. So reduzieren beispielsweise eine hohe BIP-Wachstumsrate, geringe Inflationsraten sowie ein geringer Anteil ausländischen Fremdkapitals die Effekte der US-Geldpolitik. 
Quelle: Chen, Mancini-Griffoli, Sahay (2014)
Während die Stärke des Einflusses kurz- bis mittelfristiger Änderungen der Geldpolitik aufgrund der ökonomischen Lage vorhersehbar ist, sind Änderungen die die langfristige Zinsstrukturkurve beeinflussen, weniger von der ökonomischen Situation der Emerging Markets abhängig und damit schwer vorherzusagen. Die Spillover-Effekte durch Schocks der langfristigen Zinsen sind zwar nicht so stark wie bei kurz- oder mittelfristigen Schocks, dennoch können sie durch einen stufenweisen Verkauf der Assets bei Änderung der Geldpolitik reduziert werden.
Investoren können Spillover-Effekte nutzen, um in Zeiten restriktiverer Geldpolitik der USA von steigenden Asset-Preisen in den Emerging Markets zu profitieren bzw. um den Anteil der Emerging Markets im Portfolio in Zeiten expansiver Geldpolitik zu reduzieren.