Solvency II - Noch Handlungsbedarf bei zweiter und dritter Säule
Die europäischen Versicherer haben bei der Umsetzung von Solvency II in der ersten Säule schon viel erreicht, zeigen in der zweiten und dritten Säule allerdings noch Nachholbedarf, berichtet eine Studie von BNP Paribas. Die Fortschritte der Versicherungsunternehmen seien sehr unterschiedlich. Während Unternehmen, die führend bei der Umsetzung sind, bereits interne Modelle für die strategische Planung nutzen, versuchen die am wenigsten fortgeschrittenen Versicherer noch die Compliance mit den Standardmodellen zu erreichen.
Quelle: BNP Paribas
Weniger Beachtung innerhalb der Unternehmen wurden nach dem Wortlaut der Studie bisher den Umsetzungen der internen Risikokontrolle und -überwachung (Säule II) und der Reporting- und Veröffentlichungspflichten (Säule III) geschenkt. Konkret werden die Punkte der Risiko- und Solvabilitätseinschätzung, die Erweiterung auf externe Datenanbieter und die unternehmensweite Risikoüberwachung genannt.
Als Grund für die Verzögerung nannten die Versicherungen, dass die quantitativen Modelle der ersten Säule zur Umsetzung der anderen Anforderungen voraussetzend notwendig seien. Bei den Veröffentlichungspflichten werden zudem noch einige Änderungen bis zur Umsetzung von Solvency II erwartet.
Insgesamt besteht daher ein gewisses Risiko, dass nicht alle Unternehmen die Anforderungen der zweiten und dritten Säule bis zum Inkrafttreten von Solvency II erfüllen können, so BNP Paribas.