08.01.2014 | Research

Smart Beta Indexing ist kein Free Lunch

Smart Beta Indexing ist unter Investoren in der Vergangenheit zunehmend beliebter geworden, da es als eine Methode erscheint, durch die sich das Risiko eines Portfolios gegenüber einer Gewichtung der Einzeltitel nach Marktkapitalisierung (CW) verringern oder die Performance steigern lässt. Doch die Vorteile einer solchen Strategie sind auch mit Nachteilen verbunden, die von Zélia Cazalet, Pierre Grison und Thierry Roncalli von Lyxor Asset Management in einem aktuellen Research-Papier für Low-Volatility-Ansätze (MV) genauer untersucht werden. Im Fokus stehen dabei Portfolien, die sowohl volatilitätsminimal sind als auch ausreichend diversifiziert sind (LVD). Im zweiten Schritt wird die Performance in drei Komponenten zerlegt, neben Alpha- und Beta-Erträgen auch Diversifikationsgewinne, und diese auf die Auswirkungen einer Veränderung der Portfoliogewichtung hin untersucht.


Quelle: Cazalet, Grison, Roncalli (2013)

Es zeigt sich, dass ein Trade-off zwischen der Verringerung der Volatilität eines Portfolios auf der einen Seite und Diversifikationsaspekten, Tracking Error, Liquidität und Performance auf der anderen Seite besteht. So geht eine Reduzierung der Volatilität um 10 % mit einer Erhöhung des Tracking Errors um 3 - 4 % einher. Gleichzeitig hängt die relative Performance eines solchen Smart-Beta-Portfolios im Vergleich zu einem CW-Portfolio stark von der Marktentwicklung ab: Die Reduzierung des Betas durch die andere Gewichtung der enthaltenen Titel sorgt zwar in abwärts oder seitwärts tendierenden Märkten für eine Outperformance, doch in Zeiten steigender Märkte für eine entsprechende Underperformance. Steigende Alpha-Erträge können dies nur teilweise kompensieren. Vor diesem Hintergrund sehen die Autoren die Wahl eines Low-Volatility-Index als eine Wette auf die zukünftige Entwicklung des Marktes.

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