Skill-Verteilung von Fondsmanagern
Eine Mehrheit von Fondsmanagern ist in der Lage, profitable Trades zu identifizieren, kann aber Kapazitätsbeschränkungen nicht umgehen, zeigt ein Researchpaper von Laurent Barras von der McGill University sowie Patrick Gagliardini und Olivier Scaillet vom Swiss Finance Institute. Die Autoren entwickeln einen nicht-parametrischen Ansatz zur Schätzung der gesamten Verteilung von Skill, ohne diese Verteilung korrekt spezifizieren zu müssen. Unterschieden werden zwei Skill-Dimensionen: Identifikation profitabler Trades sowie die Fähigkeit, Kapazitätsbeschränkungen zu widerstehen. Ersteres ist weit verbreitet: Das Alpha ist positiv für 87,5 % der Fonds und beträgt 3,5 % p.a. Dies bedeutet, dass die meisten Fonds in der Lage sind, unterbewertete Aktien korrekt zu identifizieren und von Noise Trading zu unterscheiden. Gleichzeitig weisen 89,5 % der Fonds Kapazitätsbeschränkungen auf. Mit höheren Volumina gehen also höhere Ausführungskosten einher. Dies reduziert die Performance um 1,5 % jährlich. Das Datensample umfasst alle aktiv verwalteten US-domizilierten Aktienfonds für den Zeitraum 1979 bis 2015.

Quelle: Barras, Gagliardini, Scaillet, 2018
Beide Eigenschaften sind sehr heterogen auf die Fonds verteilt und weichen stark von einer Normalverteilung ab, so dass eine Minderheit der Manager außerordentlich hohe Skills aufweist. Daneben fällt eine negative Korrelation zwischen den Dimensionen auf. Werden beide Ebenen aggregiert, zeigt sich, dass Fonds im Mittel von den Skills der Manager profitieren. Rund 70 % der Fonds weisen einen positiven Value added auf. Small-Cap-Fonds profitieren stärker als Large-Cap-Produkte. Daraus schließen die Autoren, dass deren Fähigkeiten zur Identifikation profitabler Trades die höheren Kapazitätsbeschränkungen überkompensiert. Abschließend wird gezeigt, dass das Brutto-Alpha der Fonds kein guter Indikator für den Skill des Managements ist. Hintergrund ist die Gebührenstruktur, die zu einem Anreiz für größere Volumina führt.
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