Sinkende Realrenditen für Versicherer
Das unternehmerische Umfeld für die weltweite Versicherungsbranche ist nach wie vor herausfordernd. Naturkatastrophen, ein teils schwieriges makroökonomisches Umfeld und die Entwicklungen in der europäischen Staatsschuldenkrise haben die Versicherungen nicht nur auf der Ausgabenseite, sondern auch bezüglich ihrer Kapitalanlagen in den letzten zehn Jahren massiv beeinflusst. In einer umfangreichen Studie, die Anfang September erschienen ist, gibt die OECD einen Überblick über die Entwicklungen des Sektors.
In den meisten Ländern investieren die Versicherer überwiegend in Anleihen, sowohl von Staaten als auch von Unternehmen, während Aktien ebenso wie Direktinvestments in Immobilien nur einen geringen Teil der Allokation ausmachen. Dies gilt insbesondere für Lebensversicherungen, deren Portfolio in vielen Ländern zu mehr als zwei Drittel aus festverzinslichen Wertpapieren besteht. In diesem Zusammenhang stechen Ungarn und die Türkei hervor, deren Versicherungsunternehmen zu mehr als 90 % in Bonds investiert sind. Auch deutsche Versicherer investieren praktisch ausschließlich in Anleihen und Darlehen. Größte Herausforderung ist dementsprechend das Niedrigzinsumfeld. Auf der Suche nach Anlagealternativen richten viele Assekuranzen ihr Augenmerk daher in Richtung Schwellenländer.
Quelle: OECD
Zudem postuliert die Studie, dass die Realrenditen aus den Investments der Versicherer gesunken sind. In Australien, Belgien, Italien und der Türkei waren die Renditen real sogar negativ. Die deutschen Lebensversicherer erwirtschafteten 2011 real eine Rendite von 1,4 %, ein Rückgang von 2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Bei den sonstigen Versicherungen waren es 1,8 % (- 0,8 PP). Darüber hinaus enthält die Studie detaillierte Statistiken und Analysen für mehr als 30 Länder.