Sinkende Preisdynamik bei Wohnimmobilien
Scope hat den europäischen Wohnimmobilienmarkt in einer Marktanalyse untersucht. Demnach stagniert die Preisentwicklung seit Mitte des Jahres 2017. Hiervon betroffen sind vor allem die Länder im Norden des Kontinents. Insbesondere in Oslo (-7,8 %) und in Stockholm (-11,6 %) wurden deutliche Rückgange der Preise für Häuser und Wohnungen beobachtet.
Quelle: Scope
Ursächlich ist des Autoren zufolge eine überdurchschnittlich stark ausgeprägte Bauaktivität. Die beobachteten Preiskorrekturen folgen jedoch auf starke Preisanstiege im vergangenen Jahrzehnt. So stiegen seit 2007 die Preise für Wohneigentum in Schweden auf realer Basis um über 50 %, in Norwegen um fast 30 %. Deutschland liegt bei einem realen Wachstum von 20 %.
Quelle: Scope
Auffällig sind die Bauaktivitäten auch in Dänemark, Finnland und Österreich. In Deutschland liegt die Anzahl der Neubauten noch im langfristigen Durchschnitt von 3,5 Wohnungen je 1.000 Einwohner. Aufgrund der Kapazitätsengpässe der deutschen Bauindustrie, des fehlenden Baulands in den Städten und Restriktionen im Planungs- und Baugenehmigungsverfahren rechnen die Autoren nicht mit einem deutlichen Anstieg hierzulande.
Dennoch kann der Wohnungsneubau häufig nicht mit der demografischen Entwicklung mithalten und ist somit kein Anzeiger für ein Überangebot bzw. die jüngsten Hauspreiskorrekturen. So stehen beispielsweise in München 115.000 neue Haushalte rund 55.000 neuen Wohnungen gegenüber. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Stockholm und Oslo. 
Quelle: Scope
Die Preisrückgänge sind vor allem auf die effektive Nachfrage und die Angebotsentwicklung zurückführen. So steht dem höheren Wohnungsangebot eine kurzzeitig abgeschwächte Konjunktur und einer geringeren Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung gegenüber. Dementsprechend kann nicht vom Platzen einer Blase gesprochen werden. Es wird davon ausgegangen, dass sich das Wachstum in einigen Städten 2019 wieder stabilisiert.
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