23.07.2018 | Research

Ineffizienzen bei ETFs auf internationale oder illiquide Assets

Antti Petajisto vom Londoner Investment Manager LMR Partners hat in einem Researchpaper die Preiseffizienz von ETFs untersucht. Grundsätzlich ist zu erwarten, dass die Effizienz der Bepreisung von ETFs von den Transaktionskosten entsprechender Arbitragegeschäfte der unterliegenden Assets abhängt. Weitere Aspekte, die vom Autoren als Stale Pricing bezeichnet werden, umfassen Probleme bei der NAV-Berechnung, die durch Illiquidität der Assets entstehen, etwa bei Hochzinsanleihen, oder unterschiedlichen Zeitzonen von ETFs und unterliegenden Assets. Ein Beispiel hierfür ist ein US-amerikanischer ETF auf japanische Aktien. Ähnlich ist dies, wenn die im ETF abgebildeten Assets aus verschiedenen Zeitzonen kommen, etwa bei internationalen Aktien-ETFs, so dass simultane Arbitrage-Geschäfte für alle Assets nicht möglich sind.

Für ein Sample von 1670 ETFs im Zeitraum 2007 bis 2014 ergibt sich eine mittlere Abweichung bzw. Prämie von lediglich 6 Basispunkten gegenüber dem NAV. Dies verdeckt allerdings, dass die Abweichung bei manchen Asset-Klassen, etwa internationalen Aktien oder Corporates, sehr hoch ist. Weiterhin ist die Volatilität dieser Prämie mit 49 Basispunkten erheblich: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % schwankt der ETF-Preis in einem Band von +/- 96 Basispunkten um den NAV.  


Quelle: Petajisto, 2017

Um Stale Pricing als Grund für die Ineffizienz mancher ETFs bzw. Asset-Klassen auszuschließen, vergleicht der Autor anschließend die Abweichung der ETF-Preise nicht vom NAV, sondern mit den Marktpreisen einer Peergroup ähnlicher Fonds. Zwar verringert dies die Prämie von ETFs auf internationale oder illiquide Assets. Dennoch schwanken die ETF-Preise weiterhin mit 100 bis 200 Basispunkten um den erwarteten Preis. Durch eine aktive Long/Short-Strategie, die diese Preisineffizienzen ausnutzt, lassen sich ein positives Carhart-Alpha von 7 % und eine Information Ratio in Höhe von 4,8 vor Transaktionskosten erreichen.


Quelle: Petajisto, 2017


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