Sinkende Liquidität am Pfandbriefmarkt
Der deutsche Pfandbriefmarkt konnte sich, verglichen mit den meisten anderen Anleihenmarktsegmenten, seit 2008 stabil entwickeln. Gründe hierfür waren dem Jahresbericht der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank zufolge eine loyale Investorenbasis sowie die besonderen Schutzmechanismen des Pfandbriefgesetzes. An Bedeutung gewonnen dabei vor allem Hypothekenpfandbriefe. Seit 2006 stieg ihr Marktanteil von 46 % auf 52 %. Die Qualität der Deckungsstöcke profitierte von der positiven Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt. Öffentliche Pfandbriefe, die 2006 noch 50 % des Markts einnahmen, kamen Ende des ersten Halbjahrs 2013 auf nur noch 43 %. Neben öffentlichen Krediten und Hypotheken sind auch Flugzeug- und Schiffsfinanzierungen für die Deckungsstöcke zulässig.
Quelle: DG Hyp
Das Emissionsgeschäft für öffentliche Pfandbriefe ist allerdings seit Jahren rückläufig. Viele Hypotheken- und Landesbanken sind gezwungen ihr Geschäftsmodell zu überarbeiten und reduzieren ihr Exposure in Staatskrediten, wodurch insgesamt weniger Deckungsmasse zur Verfügung steht, begründet die Studie die langfristige Entwicklung. In Folge dessen sinkt auch die Sekundärmarktliquidität kontinuierlich. Seit 2007 ist das Umlaufvolumen öffentlicher Pfandbriefe von 678 Mrd. auf 272 Mrd. Euro gesunken.
Quelle: DG Hyp
Im europäischen Vergleich zeigen sich die Vorteile der Schutzmechanismen, die das deutsche Pfandbriefgesetz Investoren bietet. Seit 2007 ist die Spread-Volatilität europäischer Covered-Bonds-Emittenten stark gestiegen, deutsche Pfandbriefe entwickelten sich dagegen stabil.