Short-Vola-Strategien und Risiken für Marktstabilität
In einem kurzen Researchpaper haben Vineer Bhansali von LongTail Alpha LLC und Larry Harris von der USC Marshall School of Business die systemischen Risiken des ansteigenden Volumens von Short-Vola-Strategien untersucht. Short-Vola-Ansätze sind, auch wenn die Strategien sehr unterschiedlich funktionieren, in ihren Auswirkungen ähnlich und werden von verschiedensten Typen von Investoren durchgeführt. Bei langfristig orientierten Anlegern sind es beispielsweise Optionsverkäufer, die hierdurch Zusatzprämien generieren, im mittelfristigen Bereich agieren u.a. Risk-Parity-Fonds mit einem auf Volatilität prozyklisch wirkenden Investmentverfahren. Am kurzfristigen Ende stehen Vola-ETFs und –ETNs. Zusammen machen solche Strategien rund 1,5 Billionen US-Dollar aus. Auch wegen des fehlenden Bewusstseins der Short-Vola-Eigenschaften mancher Strategien ist wächst das Segment weiter und ist über alle Asset-Klassen hinweg verbreitet. Auch wegen der hohen Verbreitung systematischer Handelsstrategien besteht das Risiko, dass ein gleichgerichtetes, wenn auch unkoordiniertes Handeln zu Volatilitätsschocks führen kann.
Quelle: Bhansali, Harris, 2018
Ein externer Schock auf die Volatilität oder Asset-Preise kann von der Anpassung über Delta-Hedges über den Kauf zusätzlicher Puts zur Absicherung bis zur Reduzierung von Long-Positionen zu einem selbstverstärkenden Verlauf führen. Stabilisierend können sich die Verkäufe von VIX-Futures durch Investoren auswirken, die diese vorab gekauft hatten und auf einem gestiegenen Niveau ihre Gewinne sichern. Ein weiteres positives Element sind Aktienrückkaufsprogramme. Insgesamt sehen die Autoren das Risiko eines Volatilitätsschocks gegenüber der Vergangenheit trotz der stabilisierenden Elemente als größer an: Erstens sind Short-Vola-Strategien heutzutage stärker verbreitet als in der Vergangenheit, zweitens stehen Marktinformationen allen Marktteilnehmern in Real Time zur Verfügung und drittens liegen Renditen und Volatilität auf extrem niedrigen Niveaus. Vor diesem Hintergrund werden Stresstests unter verschiedenen angenommenen Korrelationen und Volatilitäten empfohlen, um das Risiko von Notverkäufen durch Vola-Schocks zu vermindern.
Absolut Research analysiert die besten Publikumsfonds mit alternativen Investment-Strategien, darunter Vola-Ansätze, in der monatlich erscheinenden Publikation Absolut|alternative - Liquid Alternatives, die Rendite und Risiko von mehr als 1.000 alternativen Strategien im UCITS-Format aufzeigt.