01.12.2014 | Research

Scoring-Modell für Aktieninvestments in Familienunternehmen

In einem Forschungspapier hat die BHF-Bank ein Scoring-Modell entwickelt, anhand dessen europäische, börsennotierte Familienunternehmen auf ihre Eignung als Anlageobjekt untersucht werden. Hierzu wurden aus einer Grundgesamtheit von 1.111 europäischen Aktienwerten insgesamt 79 Unternehmen herausgefiltert und auf Basis folgender sechs Kriterien gerankt: Umsatzwachstum, Eigenkapitalquote, EBIT-Marge, Cash Conversion Rate, Net Gearing und KGV-Bewertung. Beobachtungszeitraum ist die Periode 2009 bis 2015E, es werden also auch Zukunftsschätzungen im Modell berücksichtigt.


Quelle: BHF-Bank

Im Schnitt über alle Unternehmen beträgt das jährliche Umsatzwachstum 7 Prozent, insbesondere bei konsumnahen Werten werden überdurchschnittliche Werte erzielt. Die Eigenkapitalquote beträgt im Median 42,1 Prozent, ein Wert weit oberhalb des Durchschnitts europäischer Konzerne (27,5 %). Gleichzeit ist die Spanne jedoch recht hoch und reicht von 82 Prozent (Swatch) bis zu 13 Prozent (Fiat). Bei der EBIT-Marge glänzen vor allem rohstofforientierte Unternehmen mit Werten von knapp 50 Prozent, aber auch Softwarehäuser. Die Cash-Flow-Generierung ist bei den meisten Unternehmen sehr solide, lediglich vier Konzerne verzeichneten einmalig ein negatives Ergebnis. Seit der Finanzkrise haben die Unternehmen zudem ihre Verschuldung deutlich zurückgefahren, so dass 33 Firmen sogar eine Netto-Liquiditätsposition aufweisen. Bei der KGV-Bewertung reicht die Spanne von 8 bis knapp 58 bei einem Median von rund 19.


Quelle: BHF-Bank

Ganz oben im Ranking befinden sich Softwareunternehmen, allen voran die RIB Software AG, dicht gefolgt von der Nemetschek AG und XING. Unter den konsumnahen Unternehmen, die ebenfalls gute Ergebnisse erzielen, liegt Swatch ganz vorne. Bei den Schlusslichtern des Rankings, darunter Metro, TalkTalk Telecom und OCI, findet sich keine derartige Branchenkonzentration.

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