27.08.2018 | Research

Saisonalitätseffekte bei Staatsanleihen

Adam Zaremba von der Poznan University of Economics and Business hat in einem Researchpaper, das im Juli 2018 veröffentlicht wurde, saisonale Einflüsse auf die Rendite von Staatsanleihen untersucht. Basierend auf Querschnittsdaten und Zeitreihentests zeigt der Autor, dass Anleihen, die in einem bestimmten Monat eine Outperformance oder Underperformance erzielt haben, dieses Muster auch in den Folgejahren beibehalten. Dabei sind die Ergebnisse auch unter Berücksichtigung verschiedener Kontrollvariablen robust. Im Anschluss wird die Performance eines Long/Short-Portfolios untersucht, welches jeweils die Anleihen mit der in dem entsprechenden Monat höchsten Out- bzw. Underperformance umfasst. Mit dieser Strategie lassen sich monatliche Renditen von 0,07 bis 0,3 % erzielen. Besonders ausgeprägt ist der Effekt bei langfristigen Anleihen mit mehr als 10 Jahren Restlaufzeit. Das Sample umfasst die Anleihen von 22 Staaten weltweit für den Zeitraum 1980 bis 2018.


Quelle: Zaremba, 2018

Nachdem verschiedene Erklärungsansätze für diese Anomalie getestet wurden, schließt der Autor, dass verhaltensökonomische Gründe, genauer: zyklische Stimmungsschwankungen der Investoren, am wahrscheinlichsten sind. Gestützt wird die These durch die Beobachtung, dass die Anomalie ins Phasen starken Sentiments und großer Irrationalität am ausgeprägtesten ist. Zuletzt wird untersucht, ob sich aus dieser Erkenntnis eine profitable Handelsstrategie entwickeln lässt. Drei Gründe sprechend dagegen: Erstens ist die Verbesserung der Sharpe Ratio für Investoren, die Saisonalitätsstrategien bereits in anderen Asset-Klassen ausnutzen, marginal, zweitens ist die Umsetzung mit hohem Turnover und entsprechenden Transaktionskosten verbunden und drittens nimmt die Performance bei Halteperioden von mehr als einem Monat stark ab, so dass die Vermeidung von Transaktionskosten schwer fällt.


Quelle: Zaremba, 2018


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