18.07.2019 | Studie

Rolle von Stewardship bei Pensionsfonds

Passive Anlagestrategien werden unter institutionellen Investoren immer beliebter. In Verbindung mit der Nachhaltigkeitsdebatte steht hierbei zunehmend die Stewardship, also die Ausübung der Aktionärsrechte, im Fokus der Anleger. Create-Research und DWS haben weltweit 127 Pensionsfonds in einer Studie zur Bedeutung und Umsetzung ihrer Aktionärsrechte befragt.

In diesem Zusammenhang weisen die Autoren darauf hin, dass der Anteil passiver Fonds im Portfolio der Befragten mittlerweile bei 34 % liegt. Die Mehrheit geht davon aus, dass der Anteil weiter anwachsen wird. Etwa die Hälfte der Pensionsfonds hat angegeben, dass sie die Wachstumsrate passiver Fonds innerhalb der nächsten drei Jahre auf 1 bis 5 % schätzt. Bei 14 % der Befragten liegt die Wachstumsrate sogar bei über 10 %. Bisher waren hiervon überwiegend Aktien und Anleihen betroffen. In Zukunft wird erwartet, dass sich passive Strategien auch auf Real Assets, Commodities und Multi-Asset-Fonds ausweiten werden.


Quelle: CREATE-Research, DWS

Da viele passive Fondsmanager über die Mehrheit der Stimmen in den börsennotierten Unternehmen verfügen, steigt auch der regulatorische und Reputationsdruck, Nachhaltigkeitsziele über die Stewardship zu verfolgen. 98 % der Pensionsfonds ist eine Stewardship, die sich an ihren Interessen orientiert, wichtig bis sehr wichtig. Somit zählt für die Befragten die Erfolgsbilanz eines Fondsmanagers beim Thema Stewardship als zusätzliches Auswahlkriterium. Bisher erreichten zwischen 19 und 50 % der Fondsmanager die Stewardship-Ziele der Pensionsfonds. Die Mehrheit der Befragten bevorzugt beim Stewardship eine Kombination aus direktem Engagement und Proxy Voting, also einer Stimmrechtsvertretung.

Die Gründe, die für eine Stewardship sprechen, sind in erster Linie die Erzielung guter langfristiger Erträge, gefolgt von der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und dem besseren Management von Reputations- bzw. Marktrisiken, die durch schlechte Unternehmensführung drohen.


Quelle: CREATE-Research, DWS

Als größte Schwierigkeiten werden die Überzahl nicht rechenschaftspflichtiger Proxy Advisor (64%), fehlende Definitionen und Kennzahlen zum unternehmerischen Engagement (62%) sowie die große Anzahl an Unternehmen im Index (60%) genannt.


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