Rohstoffreichtum und nachhaltiges Wachstum in Schwellenländern
Die Weltbank veröffentlichte vor Kurzem den umfangreichen Report "Natural Resources in Latin America and the Caribbean Beyond Booms and Busts?". Darin stellt sie heraus, dass Rohstoffreichtum zwar für viele Länder zu einer Vernachlässigung der wirtschaftlichen Entwicklung geführt hat, dies bei der Region Lateinamerika und der Karibik jedoch nicht der Fall sei.
Rohstoffexporte verliefen früher meist aus Schwellenländern in die entwickelten Länder, wodurch sich eine Abhängigkeit von deren Nachfrage ergab. Mittlerweile seien andere Schwellenländer, insbesondere China, ebenfalls wichtige Handelspartner der lateinamerikanischen Länder. So sank der Anteil der USA an den Exporten zwischen 1990 und 2008 von 45 % auf 37 %, der Chinas stieg von 0,8 % auf 10 %. Die lateinamerikanischen Länder könnten diese Einnahmen für nachhaltiges Wachstum und fiskalpolitische Gesundung nutzen, so der Report.
Quelle: Weltbank
Für rohstoffproduzierende Staaten sei häufig eine Tendenz zur Autokratie und eine Vernachlässigung der Wirtschaftsförderung zu betrachten. Man spricht in diesem Zusammenhang vom "Natural Resources Curse". Desweiteren besteht das Risiko von Preisschocks und Währungsrisiken. Die lateinamerikanischen Nationen haben sich in den vergangenen 20 Jahren darauf konzentriert, diese Probleme zu reduzieren, bspw. durch Investition der Boom-Überschüsse über Sovereign Wealth Funds. Diese bieten stabilisierende Funktion beim Liability und Short-Term Cycle Management.
Quelle: Weltbank
Mit dem richtigen Einsatz der Rohstoffüberschüsse seien langfristige und nachhaltige Wachstumsphasen möglich und zu erwarten, lautet das Fazit.