Private Equity weiter im Aufwärtstrend, AIFM-Richtlinie als Hindernis
Die Private-Equity-Aktivitäten in Deutschland haben auch im dritten Quartal weiter zugenommen, berichtet der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in seiner aktuellen Branchenstatistik. Demnach wurden im abgelaufenen Quartal 1,02 Mrd. Euro in 388 Unternehmen investiert, jeweils rund 30 % mehr als im Vorquartal bzw. im dritten Quartal des Vorjahres.
Von den Gesamtinvestitionen entfielen mit 599 Mio. Euro annähernd 60 % auf Buy-Out-Transaktionen. Darüber hinaus flossen 13 % in Venture Capital-Engagements (Seed, Start up, Later Stage-Venture Capital) und die restlichen 29 % in Wachstumsfinanzierungen (Growth) sowie Turnaround-und Replacement-Finanzierungen. Mit 599 Mio. Euro lagen die Buy-Out-Investitionen um rund die Hälfte über dem Vorquartalsergebnis (402 Mio.) und übertrafen auch das Volumen des Vorjahresquartals (487 Mio.) deutlich. Die Zahl der erfassten Transaktionen blieb mit 23 unverändert gegenüber dem Vorquartal. Nachdem die Venture Capital-Investitionen im zweiten Quartal kräftig angestiegen waren (153 Mio.), konnte diese positive Entwicklung im abgelaufenen Quartal nicht fortgesetzt werden. Mit 126 Mio. Euro fielen die Venture Capital-Investitionen wieder auf das
Niveau des ersten Quartals (122 Mio.). Allerdings wurden im abgelaufenen Quartal mit 286 mehr Unternehmen mit Venture Capital finanziert als in den beiden Vorquartalen (1. Q: 279, 2. Q: 250). Im bisherigen Jahresverlauf beliefen sich die Venture Capital-Investitionen in Deutschland auf insgesamt 402 Mio. Euro, was nur leicht unter dem Vorjahresniveau (434 Mio.) liegt.
Deutliche Zuwächse verzeichneten dagegen sowohl die Buy-Out-Investitionen, die sich von 692 Mio. Euro auf 1.799 Mio. nahezu verdreifachten, als auch die Minderheitsbeteiligungen (Growth, Turnaround, Replacement), die von 354 Mio. Euro auf 1.121 Mio. anstiegen. 60 % der Investitionen entfielen auf Buyouts, 29 % auf Growth- und 11 % auf Venture-Capital-Finanzierungen.
Quelle: BVK
Das Volumen der Exits belief sich auf 410 Mio. Euro, wobei mit 68 % der größte Teil auf Trade Sales und Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften entfiel. Das Marktumfeld für Verkäufe und Börsengänge ist demnach in Deutschland weiterhin schwierig.
Im Rahmen der aktuellen Branchenstatistik nahm der BVK zur geplanten AIFM-Richtlinie Stellung. Grundsätzlich wird die Vereinheitlichung des europäischen Rechtsraumes begrüßt. Der Aufwand für kleine und mittlere Unternehmen sei jedoch sehr hoch, die Veröffentlichungspflichten für die Portfoliounternehmen unverhältnismäßig. Gerade kleine und innovative Unternehmen könnten aufgrund der neuen Hürden unattraktiv für Beteiligungsgesellschaften werden. Dies würde dann das gesamtwirtschaftliche Wachstum beeinträchtigen.