28.08.2014 | Research

Risk-Parity-Strategien im steigenden Zinsumfeld

Der Erfolg von Risk-Parity-Strategien basiert nach Einschätzung mancher Marktteilnehmer vor allem auf dem langanhaltenden Abwärtstrend der Zinssätze. Um zu prüfen, wie sich ein Risk-Parity-Ansatz in einem Umfeld steigender Zinsen verhält, werden in einer Untersuchung der schweizerischen 1741 Asset Management zwei statische Portfolios (aggressiv und konservativ) bestehend aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen mit einem Risk-Parity-Portfolio verglichen. Letzteres bestimmt sich über historische Volatilitätsdaten. Simuliert wird die Performance über den Zeitraum ansteigender Zinssätze in den 1970er Jahren. Je nach Stärke des Zinseffektes werden diese aufsteigend in fünf Quintile eingeteilt, um zu beobachten, wie die Zinsänderungen auf die Portfolios wirken.


Quelle: 1741 Asset Management

Wenig überraschend weisen Anleihen die höchste negative Korrelation zu den Zinssätzen auf. Das vollständige Risk-Parity-Portfolio outperformt das konservative statische Portfolio in allen Marktphasen, wobei beide bei den stärksten Zinserhöhungen eine negative Rendite erzielen. Auffällig ist, dass das aggressive Portfolio über alle Zinsphasen hinweg die konsistenteste Performance erzielt. Der Vorteil des Risk-Parity-Ansatzes liegt dagegen im geringeren Risiko gemessen am Maximum Drawdown bei dennoch höheren Renditen als die konservative Benchmark.


Quelle: 1741 Asset Management

Erfolgt der Anstieg der Zinssätze im Gleichlauf mit einem moderaten Anstieg der Inflationsrate und ebensolchem ökonomischen Wachstum, erzielt das Risk-Parity-Portfolio die beste risikoadjustierte Rendite. Grund hierfür ist einerseits, dass die höhere Dynamik es erlaubt, die Diversifizierungseigenschaften der verschiedenen Asset-Klassen besser zu nutzen, und andererseits, dass das Portfolio permanent an das aktuelle Risikoumfeld angepasst wird. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die positiven Eigenschaften der Risk-Parity-Strategie darauf basieren, dass die Korrelation der Anlageklassen nicht in Phasen steigender Zinsen deutlich zunimmt, da andernfalls die negative Anleihen-Performance nicht mehr vom Aktien- und Rohstoffteil kompensiert werden kann.

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