21.06.2017 | Märkte

Risikobasierte Wechselkursabsicherung in Multi-Asset-Portfolios

Invesco hat in einer kurzen Analyse die Auswirkungen einer Wechselkursabsicherung untersucht, die auf einem Minimum-Varianz-Ansatz basiert. Grundlage ist die Beobachtung, dass Währungsverläufe unterschiedliche Korrelationen zum Aktienmarkt aufweisen. Während die Wechselkurse von kanadischem Dollar und Australdollar gegenüber dem Euro dauerhaft positive Korrelationen zum MSCI World aufweisen, sind sie beim Schweizer Franken negativ. Dies wird durch Carry-Effekte begründet: Solange der Konjunkturverlauf positiv ist, nehmen Anleger Kredite in geringverzinsten Währungen auf, um dies in höherverzinsten Währungen anzulegen, was eine Aufwertung dieser Währungen zur Folge hat. In Stressphasen hingegen fahren Anleger ihre Exposures zurück, kaufen die niedriger verzinsten Währungen zurück, so dass diese aufwerten. Während Wechselkurs-Exposures mit positiver Korrelation das Gesamtrisiko eines Portfolios steigern können, führen Exposures bei negativen Korrelationen zu sinkendem Risiko. Berücksichtigt werden muss zudem, dass die Korrelationen nicht konstant über die Zeit sind, so dass ein dynamischer Hedging-Ansatz sinnvoll erscheint.


Quelle: Invesco

Für ein US-Multi-Asset-Portfolio und ein globales Aktienportfolio wird die optimale Quote des Währungsrisikos aus Sicht eines Euro-Investors durch eine Minimum-Varianz-Optimierung ermittelt. Im Falle des Multi-Asset-Portfolios sinkt die Volatilität von 8,8 (unhedged) auf 3,9 %. Sowohl Volatilität als auch Extremrisiko fallen sogar geringer aus als bei der vollständigen Wechselkursabsicherung, während die Rendite sich gegenüber der Vollabsicherung kaum verringert. Für das Aktienportfolio ergibt sich keine so drastische Reduzierung des Risikos. Auffällig ist hier, dass die Risikoreduzierung zwar nur marginal ist, dafür jedoch die Rendite des Portfolios deutlich höher ausfällt. Die Autoren schließen, dass in Abhängigkeit von Basiswährung des Investors und Umfang der Wechselkurs-Exposures eine dynamische Minimum-Varianz-Absicherung der FX-Risiken zu einer deutlichen Verringerung des Gesamtrisikos führen kann.


Quelle: Invesco


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