Risiko steigender Zinsen für Anleiheinvestoren
Anleiheinvestoren drohen angesichts des aktuell niedrigen Zinsumfeldes hohe Kursverluste, sollten die Zinsen langfristig wieder steigen. Entscheidend wird dabei nicht nur das Niveau, sondern vor allem das Tempo des Zinsanstiegs sein, stellt Welton Investment in einer Anfang Oktober veröffentlichten Analyse fest. Bereits ein langsamer Zinsanstieg von 1,8% über die kommenden 69 Monate würde zu Kursverlusten führen, welche die Rendite bestehender Aaa-gerateter Anleiheportfolien beinahe komplett neutralisieren.
Quelle: Welton (2012)
Unterstellt man ein Szenario, das dem starken Zinsanstieg von 1987 entspricht, drohen enorme Kursverluste binnen weniger Monate. So ist bei einem Anstieg der Zinsen um 2,2 % innerhalb der nächsten 7 Monate mit Kursverlusten von mehr als -43 % zu rechnen. Legt man dagegen die durchschnittliche Zinserholung der letzten 90 Jahre zugrunde, drohen bestehenden Aaa-Positionen in den kommenden drei Jahren Drawdowns von bis zu -22,6 % und annualisierte Verluste von rund -7,3 %.
Quelle: Welton (2012)
Die Ergebnisse zeigen das schleichende Risiko in den heute als am sichersten unterstellten Anleiheinvestments. Zwar handelt es sich zunächst um Buchwertverluste, allerdings geht von ihnen großer Druck auf das Gesamtportfolio aus. Als ausweichenden Kapitalschutz bringen die Autoren direkte Infrastrukturinvestments oder Low-Beta Aktien ins Gespräch. Darüber hinaus kann die Implementierung von Global-Macro- oder Managed-Futures-Strategien zu einer Abfederung der Kursverluste genutzt werden.