Risiken ungelisteter Immobilienfonds in Europa
Sowohl makroökonomische Faktoren als auch spezielle Fondscharakteristika beeinflussen die Performance nicht gelisteter Immobilienfonds, zeigt ein Forschungspapier von Jean-Christophe Delfim und Martin Hoesli von der Universität Genf. Darin untersuchen die Autoren, welche Risikofaktoren europäische nicht gelistete Immobilienfonds beeinflussen und vergleichen dies mit direkten Immobilieninvestments sowie Listed Real Estate. Das Datensample umfasst knapp 200 Immobilienfonds für den Zeitraum 2001 bis 2014. Länderspezifische Effekte haben großen Einfluss auf die Fondsperformance. In der Phase vor der Finanzkrise schnitten (ceteris paribus) Fonds mit Investmentschwerpunkt Deutschland am besten ab, während sie in der Nachkrisenzeit eine schwächere Performance generierten. Ebenfalls stark wirken sich eine Reihe von Makrofaktoren aus. Ein positiver Zusammenhang besteht zwischen der Performance der ungelisteten Immobilienfonds und realem BIP-Wachstum, Inflation, Geldmengenwachstum und positiven Aktienmarktentwicklungen. Auf der anderen Seite reduzieren Zinsanstiege die Rendite. Größter negativer Einflussfaktor war die Finanzkrise: In den Jahren der Krise verloren die Fonds über 30 % p.a. aufgrund dieses Faktors. 
Quelle: Delfim, Hoesli (2016)
Auch spezielle Fondscharakteristika beeinflussen die Performance der Produkte. Die Fondsgröße hat positiven Einfluss auf die Performance, wobei für das Quadrat der Größe ein negativer Zusammenhang besteht. Dies impliziert, dass es eine optimale Fondsgröße gibt. Weitere relevante Charakteristika sind Verschuldung, Investment-Strategie, Rechtsstruktur und Alter. Welche Art von Immobilien im Fondsportfolio enthalten sind, bspw. Wohn- oder Büroimmobilien, hat dagegen keine signifikanten Auswirkungen. Die Untersuchungen zeigen, dass die Einflussfaktoren ungelisteter Fonds größere Übereinstimmung mit direkten Immobilieninvestments aufweisen als mit Immobilienaktiengesellschaften. Zwar wirken sich die meisten Makro-Variablen ähnlich aus, Inflation hat jedoch auf Listed Real Estate keinen Einfluss, während die Effekte für direkte Investments und ungelistete Fonds hochsignifikant positiv sind.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Immobilien und Immobilienaktiengesellschaften jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.