07.02.2013 | Research

Risiken durch Gläubigerstruktur von Staatsanleihen

Ein Forschungspapier des Internationalen Währungsfonds, das Ende Dezember veröffentlicht wurde, untersucht die Nachfrageseite in mehreren Staatsanleihenmärkten. Während die Angebotsseite Gegenstand zahlreicher Studien ist, widmen sich nur wenige Untersuchungen der Gläubigerstruktur von Staaten, obwohl von ihr erheblicher Einfluss auf Refinanzierungskosten und -risiko ausgeht. Für 24 Staaten stellen die Autoren daher quartalsbezogene Holding-Statistiken zusammen. Darauf aufbauend analysieren Serkan Arslanalp und Takahiro Tsuda in drei Szenarien wie sich Nachfrageschocks auf den lokalen Bankensektor auswirken.


Quelle: Arslanalp, Tsuda (2012)

Dazu betrachten die Autoren den Anteil von ausländischen, privaten Investoren. Am anfälligsten für Schocks sind demnach die Banken in Belgien, Tschechien, Italien und Slowenien. Hier müsste der lokale Bankensektor im Falle eines Schocks, bei dem ausländische Investoren ihre Staatsanleihen abwerfen oder nicht verlängern, das größte zusätzliche Volumen am eigenen Staatsdefizit absorbieren. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schocks ermitteln die Autoren einen Investor Base Risk Index (IRI). Den einzelnen Gläubigergruppen wird darin ein Risikoscore zugeordnet, der auf der Korrelation von Kaufverhalten und Yield-Entwicklung basiert.


Quelle: Arslanalp, Tsuda (2012)

Demnach war in Portugal, Griechenland und Irland schon vor Verlust des Kapitalmarktzugangs ein hohes Risiko zu spüren, während in Spanien und Italien die Investorenstruktur auf ein niedrigeres Niveau deutet. Für hochverschuldete Staaten wie Japan oder auch die USA und Deutschland zeigt der Index, dass die Gläubigerstruktur relativ robust ist und aus ihr nur geringes Risiko für einen Run auf Staatsanleihen hervorgeht.

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