Flow-Performance-Sensitivität von Investmentfonds
Campbell Harvey von der Duke University und Yan Liu von der Texas A&M University haben in einem Researchpaper untersucht, welchen Einfluss der Querschnitt der Performance-Unterschiede bei Investmentfonds auf die Selektion ausübt. Grundannahme des verwendeten Modells ist, dass es zwei Typen von Fondsmanagern gibt, fähig und unfähige. Auch unfähige Manager können ein positives Alpha erzielen, indem sie idiosynkratische Risiken eingehen. Die Autoren gehen davon aus, dass es unfähigen Managern mit steigender Rendite-Streuung leichter fällt, dies zu verbergen; mit anderen Worten – bei steigender Renditestreuung sinkt die Flow-Performance-Sensitivität der Investoren. Es zeigt sich erwartungsgemäß ein hochsignifikant negativer Zusammenhang zwischen Renditestreuung und der Flow-Performance-Sensitivität: Auch ökonomisch ist der Effekt groß. Ein Anstieg der Renditestreuung um eine Standardabweichung führt zu einer Reduzierung des Zusammenhangs von Rendite und Fund Flows um 11 bis 17 %. Das Datensample besteht aus US-Aktienfonds im Zeitraum 1980 bis 2016. 
Quelle: Harvey, Liu, 2018
Diese Ergebnisse sind konsistent über verschiedene Modellspezifikationen. Auffällig ist, dass die Stärke dieses Effektes im Zeitverlauf zunimmt. Die Autoren begründen dies mit Lerneffekten der Investoren und einem größeren Anteil unfähiger Fondsmanager. Auch reagieren Flows in Fonds mit bisheriger Outperformance besonders stark auf die Veränderung der Renditestreuung. Insgesamt schließen die Autoren, dass die Anleger sich des Risikos, das idiosynkratische Risiken im Manager-Selektionsprozess darstellen, bewusst sind. Mit steigender Rendite-Streuung verhalten sich die Investoren skeptischer gegenüber guten Performances.
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