Renditepotenzial der Frontier Markets
ING Investment Management hat in einem kurzen Researchpapier die Frontier Markets auf ihre Tauglichkeit als mittel- bzw. langfristige Investitionsmöglichkeit untersucht. Gestiegene politische Stabilität, Infrastrukturverbesserungen, finanzielle Vertiefung und eine rapide Ausweitung des Handels sorgen in den Emerging Markets für sinkende Risikoprämien, schreiben die Autoren. Frontier Markets bieten dagegen neue Chancen für hohe Renditen. Sie befinden sich in einem sehr frühen Stadium der wirtschaftlichen, politischen, finanziellen, institutionellen und kommerziellen Entwicklung und bieten deshalb laut ING langfristig attraktive Anlagechancen. Frontier Markets weisen dieselben Charakteristika auf, wie die Emerging Markets bei ihrer ersten Wahrnehmung als Anlageklasse Ende der 1980er Jahre. 
Quelle: ING
In den Frontier-Märkten gibt es mehrere Wachstumstreiber. Einerseits lebt mit 12% ein großer Teil der Weltbevölkerung in diesen Staaten, während nur 4% der weltweiten Wirtschaftsleistung durch diese Märkte erbracht werden. Desweiteren ist das Bevölkerungswachstum hoch. Die demografische Entwicklung sowie eine aktuell geringe Arbeitsproduktivität bieten großes Wachstumspotenzial. Diese Gegebenheiten steigern die Auslandsinvestitionen. Der geringe Verschuldungsgrad in den Frontier Markets lässt genug Spielraum für eine Finanzierung des Wachstums durch eine Erhöhung des Haushaltsdefizits.
Quelle: ING
ING ist für eine mittel- bis langfristige Perspektive optimistisch, insbesondere auch wegen der relativ geringen Korrelation zwischen den Frontier-Market-Anleihen und US Treasuries. Sie verhalten sich deshalb in Zeiten verstärkter Volatilität tendenziell widerstandsfähiger. Eine abnehmende Risikobereitschaft könnte die Frontier Markets dennoch belasten. Im Falle einer Zinserhöhung in den USA könnten Investoren den Markt kurzfristig verlassen und die Liquidität einschränken, geben die Autoren zu bedenken.