Regulierung kann den Konjunkturzyklus verstärken
Das EDHEC Research Paper "Banking: Why Does Regulation Alone Not Suffice? Why Must Governments Intervene?" analysiert die Wirkung von Finanzmarktregulierung auf den Konjunkturzyklus. Der Autor postuliert, dass der gegenwärtige regulatorische Rahmen prozyklisch wirkt, und damit die Stabilität der Finanzmärkte während schwacher Konjunkturphasen unterminiert. Dies sei auf die Bestimmungen für die Bewertung von Aktiva zu Marktwerten (marked to market) und Value at Risk-(VaR) Restriktionen zurückzuführen.
Das Paper ist in vier Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt wird der Verkaufsdruck von regulierten Marktteilnehmern während schwacher Konjunkturphasen abgeleitet, wenn diese ihre Aktiva marked to market bewerten und VaR-Bestimmungen unterliegen. Da der Verkaufsdruck zu sinkenden Aktivapreisen führt, steigern regulationsbedingte Verkäufe die Insolvenzwahrscheinlichkeit und das systematische Risiko von regulierten Marktteilnehmern. Abschnitt zwei liefert einen kurzen Überblick über gegenwärtige Regulationsvorschriften. Der dritte Abschnitt zeigt die limitierte Fahigkeit des Marktes, eine große Menge an Aktiva in kurzer Zeit zu absorbieren. Die Abbildung verdeutlicht die Größenunterschiede zwischen regulierten Marktteilnehmern (Banken, Versicherungen, Pensionsfonds) und potentiellen Käufern von Aktiva (Fonds, Staatsfonds). Daher verblieben im aktuellen regulatorischen Rahmen nur Zentralbanken und Regierungen als potentielle Käufer von Aktiva.
Der letzte Abschnitt stellt Vorschläge zur Verbesserung der Regulation im Zuge der Solvency II Umsetzung dar. So ließe sich durch antizyklisches Asset Management die Amplitude des Konjunturzyklus verringern.