Rahmenbedingungen für Private-Equity in Deutschland verschlechtert
Die Anfang Oktober veröffentlichte Studie der European Private Equity & Venture Capital Association untersucht die steuerlich-rechtlichen Rahmenbedingungen für das Private Equity Geschäft sowie für die Ausübung unternehmerischer Aktivitäten in Europa. Zu den 27 in diesem Jahr betrachteten Ländern sind Litauen und Zypern neu hinzugekommen. Betrachtet werden sieben Kriterien, darunter steuerliche Anreize für Unternehmen und F&E, steuerliche Vorteile und Anreize zum Erhalt qualifizierten Personals im Fondmanagement. Aus dem gleichgewichteten Mittel der sieben Kriterien wird eine Gesamtnote auf einer Skala von 1 (positiv) bis 3 (negativ) ermittelt.
Im europäischen Durchschnitt verbesserten sich vier der sieben Kriterien, davon drei deutlich um jeweils ca. 0,1 Notenpunkte. Die leichte Verschlechterung bei den Fondsstrukturen von 1,47 auf 1,51 beruht auf dem internationalen Fundrausing. So sind die Fondsstrukturen zwar auf nationaler Ebene optimal, jedoch nicht für grenzüberschreitendes Fundraising. Auch die Anreize zum Erhalt qualifizierten Personals sind deutlich von 1,89 auf 2,19 gefallen. Dies ist unteranderem dadurch bedingt, dass durch die Miteinbeziehung der beiden neuen Länder, die eine sehr geringe Kapital- und Einkommenssteuerrate haben, die europäische Gesamtsteuerrate gesenkt wurde.
Die Grafik zeigt die Bewertung der sieben Kriterien im europäischen Schnitt für die Jahr 2006 und 2008.
In Ländervergleich bilden Frankreich (1,23), Irland (1,32) und Belgien (1,33) die Spitzengruppe, dabei haben sich vor allem Frankreich um 0,13 und Belgien um 0,18 Notenpunkte gegenüber 2006 verbessert. Die größte Steigerung hatten die osteuropäischen Länder Lettland und Polen mit einem Plus von 0,24 bzw. 0,21 in der Gesamtnote seit 2006. Polen, das 2006 noch einen Platz hinter Deutschland lag schaffte so 2008 eine Position im Gesamtranking fünf Plätze vor Deutschland, welches in der Bewertung von 2,15 auf 2,18 viel und einen Platz im hinteren Viertel belegt. Die Schweiz (1,76) und Österreich (1,87) liegen mit ihren Noten weit vor Deutschland, selbst wenn Österreich ein Minus von 0,13 Notenpunkten gegenüber 2006 erreichte und damit leicht unter den europäischen Durchschnitt von 1,85 viel.