Quantifizierung operationaler Risiken von Hedgefonds
Eine Studie von Castle Hall Alternatives untersucht auf der Basis der eigenen HedgeEvent-Datenbank 327 Fälle von operationalem Versagen von Hedgefonds, um die Schäden operationalen Mißmanagements zu quantifizieren und die größten operationalen Risiken für Investoren zu identifizieren.
Der finanzielle Schaden, der aus den 327 Ereignissen resultierte, wird mit 80 Mrd. US-Dollar beziffert. Davon entfallen allerdings 65 Mrd. US-Dollar allein auf den Madoff-Betrugsfall. 31 Ereignisse führten zu Verlusten von über 100 Mio. US-Dollar, 121 zu Verlusten von mehr als 10 Mio. US-Dollar. Die häufigsten oprationalen Risikoereignisse waren die Veruntreuungen von Aktiva.
Quelle: Castle Hall Alternatives
Interessant ist, dass die meisten Ereignisse auf die Strategien Long Short Equity (24%) und Managed Futures (19%) entfielen, also Strategien mit überwiegend liquiden Assets, die allgemein als relativ leicht zu überwachen gelten. Betrugsfälle bei Dach-Hedgefonds waren sehr selten, sind allerdings alle in Ländern vorgefallen, die diese Produkte unter Aufsicht stellen. Die Studie zieht als Fazit, dass sich durch gezielte Due-Diligence- und Monitoring-Maßnahmen operationale Risiken massiv reduzieren lassen. Schwer fassbare Risiken seien hingegen die falsche Bewertung von (oft illiquiden) Aktiva, sowie der Fall des "Rough-Trading", das durch den Fall des Jérôme Kerviel von der Société Générale bekannt geworden ist. Diese Risiken seien schwerer zu überwachen und rechtzeitig zu identifizieren.
Quelle: Castle Hall Alternatives