Quantencomputing im Finanzsektor
Quantencomputing gilt als potenziell wegweisende Schlüsseltechnologie, deren konkrete Auswirkungen auf die Finanzbranche noch nicht absehbar sind. In der EU wurde im Juli 2025 ein Quantum Act angekündigt, der als Gesetzesrahmen die Technologie rechtlich und operativ flankieren soll. Der deutsche Bankenverband hat in einem Positionspapier zur Technologie Stellung bezogen. Erste Forschungsarbeiten und Pilotprojekte deuten demnach darauf hin, dass Quantenalgorithmen künftig komplexe und rechenintensive Aufgaben wie Risikomodellierung, Derivatebewertung, Portfoliooptimierung oder Betrugserkennung deutlich beschleunigen könnten.
Neben technischen Hürden sowie Schnittstellen zu klassischen IT-Systemen, spielt vor allem die sicherheitspolitische Dimension eine Rolle. Insbesondere die theoretische Gefahr eines sogenannten Q-Day, an dem heutige asymmetrische Verschlüsselungsverfahren durch leistungsfähige Quantencomputer überwunden werden könnten, ist hierbei zu nennen.
Vor diesem Hintergrund plädiert der Bundesverband deutscher Banken für einen vorausschauenden, aber realistischen Umgang mit der Technologie. Das Papier unterstützt die Quantum Europe Strategy der EU und den angekündigten EU Quantum Act und fordert konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Forschung, Infrastruktur, Wissenstransfer und Fachkräfteentwicklung. Ziel sollte es sein, europäische Banken frühzeitig in die Lage zu versetzen, Kompetenzen aufzubauen und Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, ohne den aktuellen Entwicklungsstand der Technologie zu überschätzen.
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